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Ein Forscherteam der Universität Bonn http://www.uni-bonn.de und der John-Hopkins-Universität hat einen neuen Bluttest entwickelt, der Tumore des Dick- und Enddarms schon im Frühstadium nachweisen kann. Der Test schlägt Alarm, wenn ein bestimmtes Protein im Blut der Patienten gehäuft vorkommt. Da Darmkrebserkrankungen in jüngster Zeit stark zunehmen, suchen Wissenschaftler nach einer kostengünstigen und effektiven Screening-Methode, berichtet das Wissenschaftsmagazin Journal of Cellular Biochemistry http://www.wiley.com.

Darmkrebs ist weltweit die dritthäufigste Tumorerkrankung. Allein in Deutschland fordert die Krankheit Jahr für Jahr 30.000 Opfer. Experten gehen davon aus, dass eine rechtzeitige Diagnose die Opferzahlen um die Hälfte reduzieren könne. Der nun von den Forschern entwickelte Bluttest hat in den ersten Versuchen viel versprechende Wirkung gezeigt: Bei 27 Patienten mit Dickdarmkrebs lieferte er in 24 Fällen die korrekte Diagnose. In einer Studie an 127 Probanden ohne Tumorerkrankungen gab es 21 Falschmeldungen. Für einen Bluttest ist das Ergebnis nicht schlecht, meinen die Forscher. Im Vergleich dazu ist die Prostatakrebs-Diagnose anhand des PSA-Werts etwa weit unzuverlässiger. Der Bluttest richtet sich gegen ein Protein, das im Blut von Darmkrebs-Patienten gehäuft vorkommt und Dickdarmkrebs-spezifisches Antigen (colon cancer-specific antigen, CCSA-2) genannt wird.

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„CCSA-2 scheint im Kern von Dickdarmzellen die Genaktivität zu regulieren. Auf welche Weise, wissen wir nicht“, meint die Bonner Privatdozentin Gisela Walgenbach-Brünagel, die den Tumormarker entdeckt hat. Die Testergebnisse wären jedenfalls vielversprechend. Der diagnostische Goldstandard ist und bleibe jedoch die Darmspiegelung. „Daran können und wollen wir nicht rütteln.“ Bei dieser Methode – die auch Koloskopie genannt wird – wird ein schlauchförmiges Endoskop durch den After in den Körper geschoben. Mithilfe einer Kamera kann der Mediziner die Darmwand inspizieren. Einem geschulten Experten entgehe dabei kaum ein Tumor. „Doch viel zu wenige Menschen nehmen diese Möglichkeit wahr“, so die Chirurgin. Die Hemmschwelle vor einer Spiegelung, die ja mit gewissen Unannehmlichkeiten verbunden ist, sei einfach zu gross. Gerade bei den Darmkrebserkrankungen ist die Früherkennung besonders wichtig.

Die Mediziner hoffen nun, durch gleichzeitige Auswertung weiterer Marker sowohl die Empfindlichkeit als auch die Zuverlässigkeit des Tests steigern zu können. Ziel ist eine einfache und kostengünstige Screening-Methode, die sich in Vorsorge-Untersuchungen flächendeckend einsetzen lässt. Für ihre Arbeit im Bereich „Darmkrebsprävention und -früherkennung“ ist die Wissenschaftlerin vor wenigen Wochen mit dem „Felix Burda Award“ ausgezeichnet worden.



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