Gesundheit, Wellness, Medizin

Erstmals gibt es eine orale Therapie für eine lebensbedrohliche Tropenkrankheit. Ein fast 100 Prozent wirksames Medikament haben Göttinger Forscher gegen die Leishmaniase entwickelt. Diese Krankheit, die auch als Schwarze Krankheit oder „black fever“ bekannt ist, gehört zu den weit verbreiteten Infektionskrankheiten mit hoher Todesrate. Sie tritt nicht nur in tropischen Ländern, sondern neuerdings auch in den gemässigten Klimazonen Südeuropas auf. Bei bestimmten Formen der Leishmaniase waren die Heilungsaussichten bisher gering, bei anderen drohten dauerhafte Verstümmelungen und Narben.

Miltefosin, chemisch Hexadecylphosphocholin, ist das strukturell einfache Molekül, dass den Leishmaniase-Patienten endlich helfen kann. Schon vor Jahrzehnten entdeckten Hansjörg Eibl vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen, zusammen mit Clemens Unger, damals Universitätsklinikum Göttingen, heute Klinik für Tumorbiologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, diesen Wirkstoff. Damals waren sie auf der Suche nach einem Mittel zur Krebsbekämpfung. Jetzt konnten sie mit einer Studie an Leishmaniase-Patienten zeigen, dass Miltefosin in fast allen Fällen zur Heilung der Erkrankung führt. Offensichtlich können die Parasiten in Anwesenheit des Wirkstoffes nicht überleben.

Leishmaniase ist eine Erkrankung, die vor allem die Bevölkerung armer Länder trifft. Für sie ist der Wirkstoff geradezu ideal, denn er ist chemisch einfach und im Tonnenmassstab billig herstellbar. Temperaturen bis 40 Grad Celsius können Miltefosin nichts anhaben. Pro PPatient benötigt man 2,8 g Miltefosin, so die Rechnung der Forscher.

Die Therapie von Leishmaniase war bisher sehr problematisch. Man verabreichte giftige Antimonverbindungen. Doch Patienten im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung starben an der Therapie. Ausserdem wurden die Parasiten zunehmend resistent gegen die Medikamente. Erfolglos blieb auch der 30 Jahre währende Versuch, einen Impfstoff gegen Leishmaniase zu entwickeln. Die Impfstoffe blieben wirkungslos, weil die Parasiten ihre Oberflächenstrukturen, gegen die die Impfstoffe gerichtet waren, zu schnell verändern.

Leishmaniase präsentiert sich in unterschiedlichen Erscheinungsformen. Insbesondere die viszerale Leishmaniase – hervorgerufen durch die Erreger der Leishmania donovani – ist gefährlich und lebensbedrohend. Die Parasiten, die von Sandfliegen und Schmetterlingsmücken übertragen werden, siedeln sich in Leber, Milz und Knochenmark an und vermehren sich rasch. Ohne Therapie führt die Infektion zum Tode. Neben der viszeralen Form gibt es auch kutane Leishmaniasen, die zu geschwürartigen Hautveränderungen und im Gesicht teilweise zu vollkommener Entstellung führen. Doch heilen die kutanen Formen meist von selbst ab und sind nicht lebensbedrohend.

An Leishmaniase leiden nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO zur Zeit über 12 Millionen Menschen, von denen viele mangels erfolgreicher Behandlungsmöglichkeiten auch sterben. Derzeit leben etwa 350 Millionen Menschen in gefährdeten Gebieten. Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen liegt bei zwei Millionen, von denen etwa 500 000 an der viszeralen Leishmaniase erkranken, einer besonders schweren und ohne Behandlung immer tödlich verlaufenden Form. Die Tendenz ist steigend.

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