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Intensive Therapien und innovatives Medikament heilen

Häufiges Sodbrennen kann Barrett-Ösophagus auslösen, also eine Umwandlung der Speiseröhrenschleimhaut durch eine Art Darmschleimhaut. Auch Speiseröhrenkrebs kann durch eine erosive Refluxkrankheit verursacht werden. Zu diesem Schluss kamen am 26. September 2012, österreichische Experten für Sodbrennen. Ihr Fazit: 20 Prozent der Erwachsenen in Österreich leiden einmal im Monat an Sodbrennen, welches das Leitsymptom der Refluxkrankheit darstellt. Dabei wird zwischen Gelegenheitsreflux und der Refluxkrankheit unterschieden.

Rainer Schöfl, Vorstand der Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie im Krankenhaus der Elisabethinen in Linz http://elisabethinen.or.at betont, dass die Refluxkrankheit ein häufiges Leiden ist. „Zehn Prozent der Betroffenen leiden am Barrett-Ösophagus. Davon hat nur eine Person von 1.000 Krebs“, beruhigt Schöfl. Zwei Drittel der Betroffenen erleiden eine nicht-erosive Refluxkrankheit, die medikamentös und kurzzeitig behandelbar ist. Beim restlichen Drittel tritt eine erosive Form auf, die eine intensive Therapie und Kontrolle benötigt.

Neues Medikament „Gaviscon“

Der Wiener Apotheker Kurt Vymazal der Adler-Apotheke http://adlerapotheke.co.at erläutert die Entwicklung der Medikamente gegen Sodbrennen und stellt gleichzeitig das neue und eigenen Angaben nach überaus wirksame pflanzliche Natriumalginat „Gaviscon“ vor. Die vorgängigen Medikamente wie die klassischen Säurebinder oder Protonenpumpenhemmer wiesen mehrere Defizite auf. Vor allem Wechselwirkungen auf andere Medikamente, Änderung des ph-Wertes im Magen oder ein lange dauernder Einsatz der Wirkung waren hierbei große Mängel.

Beim neuen Medikament bleibt der ph-Wert gleich, was somit zu einer normalen Verdauung führt. „Es wird dabei nur ein Schaumteppich über den Speisebrei gelegt, was dessen Rückfluss in die Speiseröhre verhindert“, so der Apotheker. „Die Patienten, die eine Altersbreite von 18 bis 80 Jahren umfassen, zeigten gute Reaktionen auf das Medikament, vor allem bei Gelegenheitssodbrennen“, führt Vymazal aus.

Ernährungsumstellung wesentlich

Betroffene einer Refluxkrankheit sollen nicht nur auf Medizin zurückgreifen, sondern auch ihren Lebensstil und Essensgewohnheiten ändern, erklärt die Wiener Diätologin Barbara Schmid http://iss-dich-frei.at . „Eine Therapie für Refluxerkrankte ist überaus intensiv und aufwendig“, so die Diätologin. Fettreiche Mahlzeiten sollen dabei vermieden werden und durch eiweißreichen ersetzt werden. Zu heisse oder zu kalte Speisen und Getränke sowie zu viel Flüssigkeit während der Mahlzeiten sollten vermieden, aber auch die Menge der Nahrung kontrolliert werden. „Diese soll nicht über 800 Gramm pro Mahlzeit hinausgehen“, so Schmid. Auch Rauchen und Alkoholkonsum begünstigen Sodbrennen und Refluxerkrankungen.

Sodbrennen kann jedoch auch psychosomatisch wirken. Aus diesem Grund ist es von Bedeutung, Hetze, Stress und Ärger zu reduzieren. Auch das Essen an ruhigen und entspannten Orten kann Magenbeschwerden entgegenwirken.



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