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Wer zu wenig oder nur schlecht schläft, hat ein höheres Risiko für Diabetes vom Typ 2. Das geht aus Experimenten amerikanischer Forscher hervor, die den Schlaf von neun Freiwilligen gezielt störten und an den folgenden Tagen die Insulin- und Blutzuckerwerte der Probanden bestimmten. Nach den Ergebnissen der Forscher von der Universität von Chicago wirkt sich der Schlafentzug ähnlich negativ auf das Diabetesrisiko aus wie eine Gewichtszunahme von 10 bis 15 Kilogramm.

Entscheidend für die Veränderungen des Blutzuckerstoffwechsels scheinen die Phasen besonders tiefen Schlafs zu sein. Schlafforscher bezeichnen diese Phasen auch als „slow-wave sleep“ (SWS), weil die Rhythmen der Hirnströme in diesen Stadien des Schlafs besonders langsam sind. Ihnen wird eine besonders regenerierende Wirkung auf den Körper des Schlafenden nachgesagt. Genau solche Tiefschlafphasen verhinderten die Wissenschaftler nun ganz gezielt bei den Probanden ihrer Tests im Schlaflabor: Sie störten mit Tonsignalen den Schlaf der Teilnehmer, wenn die Hirnströme auf den Beginn einer solchen Schlafphase hindeuteten. Die Signale waren nicht so laut, dass sie den Schläfer ganz aufzuweckten, jedoch heftig genug, um ihn wieder in einen weniger tiefen Schlafzustand zurückzuholen. So veränderten die Forscher nicht die Dauer, sondern nur die Tiefe des Schlafs.

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Die neun Probanden im Alter zwischen 20 und 31 Jahren verbrachten drei Nächte in Folge mit in dieser Weise gestörtem Schlaf. So konnten die Forscher die gesamte Zeit des SWS von den in diesem Alter üblichen 80 bis 100 Minuten auf weniger als 20 Minuten reduzieren “ ein Schlafmuster, wie es häufig bei Menschen über 60 Jahren auftritt. Nach diesen Nächten verabreichten die Forscher den Probanden eine Infusion mit einer Zuckerlösung und bestimmten über Blutproben im Abstand weniger Minuten die Insulinwerte und den Blutzuckerspiegel.

Die Probanden zeigten eine um 25 Prozent verminderte Empfindlichkeit gegenüber dem Hormon Insulin, das für die Regulierung des Blutzuckers verantwortlich ist, ergaben die Messungen. Diese verminderte Empfindlichkeit wurde jedoch in der Regel nicht durch eine vermehrte Insulinproduktion ausgeglichen. Die Folge war, dass der Blutzuckerspiegel um 23 Prozent anstieg und damit eine Reaktion zeigte, wie sie häufig bei älteren Menschen mit erhöhtem Diabetesrisiko auftritt. Die Forscher vermuten daher einen engen Zusammenhang zwischen Diabetes und den Veränderungen im Schlafrhythmus, von denen alte Menschen häufig betroffen sind.

Esra Tasali (Universität Chicago) et al.: PNAS, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1073/pnas.0706446105


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