Gesundheit, Wellness, Medizin

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Um viele Medikamente ranken sich ganz populäre Gerüchte über genannte oder nicht in den Beipackzetteln genannte Nebenwirkungen.

Das gilt natürlich vor allem für solche, die zu den „Bestsellern“ gehören. So trifft das auch auf die Medikamentenklasse der Statine (Cholesterinsenker) zu, die in den letzten dreissig Jahren – bis zum Ablauf des Patenschutzes – den Pharmaherstellern Jahresumsätze von 20 Millionen Euro bescherten und damit zu den erfolgreichsten Medikamenten überhaupt zählen.

In diesem Zusammenhang wurde nicht nur gemunkelt, dass die zur Vorbeugung von Herzinfarkten und Schlaganfällen verschriebenen Tabletten das Risiko für Demenzerkrankungen erhöhen könnten, durchgeführte Studien schienen diese Vermututng zu bestätigen und so fand auch eine Hinweis darauf Aufnahme in den Text des Beipackzettels.

Spätere Studien schienen dann auf eine gegenteilige oder auch keine Auswirkung abezüglich zu erwartende Gedächtnisstörungen hinzuweisen.

Um dieser Problematik auf den Grund zu gehen, haben Forscher der Johns Hopkins University Baltimore zuerst aus 41 durchgeführten Studien die 16 methodisch besten sorgfältig überprüft und qantitaitv ausgewertet. In allen Fällen war das Medikament relativ kurzzeitig eingenommen worden. Hier konnte man weder positive oder negative Ergebnisse in Hinblick auf eingetretene Gedächtnisverluste oder kognitive Beeinträchtigungen feststellen.

Danach führte man eine zweite Analyse durch, bei der eine noch grössere Zahlenmenge zur Verfügung stand – acht Studien mit 23.000 Menschen – und die Einnahmedauer über längere Zeit ging: Die Untersuchungen der Patienten erfolgte über drei bis zu 25 Jahre. Obwohl bei einem Teil der Studien kein Zusammenhang zwischen der Einnahme von Statinen und einem Demenzrisko festgestellt wurde, zeigte die Auswertung aller Langzeit-Studien insgesamt ein um 29% geringeres Risiko an Demenz oder Alzheimer zu erkranken.

Das Gesamtergebnis liefert kein eindeutiges Ergebnis, zeigt aber die Tendenz auf, dass die Einnahme von Statinen das Risiko an Demenz zu erkranken senken kann. Es ist nicht zu gewagt anzunehmen, dass die Einnahme von Statinen das Risiko nicht erhöht.

Eher sind andere beobachtete und in den Beipackzetteln genannte mögliche Nebenwirkungen, wie z.B. Schädigung der Muskulatur, ernst zu nehmen. Auf jeden Fall ist bei dieser Medikamentenklasse vor Einnahme eine Beratung durch den Arzt unbedingt erforderlich.

Quelle
Swiger KJ et al:. Statins and cognition: a systematic review and meta-analysis of short- and long-term cognitive effects. Mayo Clin Proc. 2013 Nov;88(11):1213-21

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Foto: © Werner Hense



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