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Das Schweizer Biopharmaunternehmen Amvac http://www.amvac.ch hat die Lizenzen für zwei Technologien zur Impfstoffentwicklung von der Max Planck Innovation GmbH und der Ascenion GmbH übernommen. „Bei den beiden Technologien handelt es sich um Schlüsseltechnologien, um bei Impfstoffen eine deutlich höhere Wirksamkeit zu erreichen“, sagt Ariane Meynert, Head of Communication bei Amvac zu pressetext.

Die am Max-Planck-Institut für Biochemie im deutschen Martinsried entwickelte Technologie beruht auf den so genannten Sendai-Paramyxoviren und ermöglicht eine Impfung mit Aktivierung des gesamten Reaktionsspektrums des Immunsystems – wie bei der Verwendung abgeschwächter Lebend-Viren. Da sich das Impfvirus aber nicht vermehren kann, verfügt der Impfstoff dennoch über die hohe Anwendungssicherheit von inaktivierten Impfstoffen. „Bei herkömmlichen Impfstoffen besteht bei Menschen mit einem schwachen Immunsystem immer die Gefahr, dass sich der Impfvirus ausbreitet“, hebt Meyert den Vorteil der neuen Technologie hervor.

Die Amvac und das Max-Planck-Institut für Biochemie erwarten, dass sich die Technologie für unterschiedliche Antigene bzw. Indikationen und damit zur Herstellung von (Kombinations-)Impfstoffen gegen zahlreiche Erkrankungen eignet, darunter auch solche, gegen die bislang keine effektive Impfung möglich war. Zudem zeichnet sich die Möglichkeit zu einfacheren Anwendungen ab, z. B. als Nasenspray. Als erstes Projekt wird Amvac mit der exklusiv lizenzierten Technologie einen Impfstoff gegen RSV, eine vom sogenannten Respiratory Syncytial Virus verursachte schwere Erkrankung der Atemwege entwickeln, die besonders Kinder, Ältere oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem trifft und tödliche Folgen haben kann.

Bei der zweiten in Lizenz übernommene Technologie handelt es sich um am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig http://www.gbf.de/de/ entwickelte MALP-2 Adjuvantien. Diese haben das Potenzial, die Wirksamkeit von Impfstoffen zu erhöhen. Adjuvantien – Hilfsstoffe, die das Immunsystem stimulieren und damit die Wirkung einer Impfung verstärken – sind für die Entwicklung und Produktion von innovativen Impfstoffen unverzichtbar. „Viele Impfstoffe sind heute in reiner Form nicht wirksam und sind auf Impfstoffverstärker angewiesen“, so Meynert gegenüber pressetext.

MALP-2 Adjuvantien beruhen auf Botenstoffen des Bakteriums Mycoplasma fermentans und sind in der Lage, das gesamte Reaktionsspektrum des Immunsystems auszulösen. Dadurch ergibt sich eine im Vergleich mit herkömmlichen Adjuvantien starke und lang anhaltende Impfantwort. Diese Technologie ermöglicht damit ebenfalls neue Anwendungsmöglichkeiten wie z. B. nasale Impfungen, was sich als Vorteil für epidemieartig auftretende Erkrankungen wie z. B. Grippe und die Impfung von Kindern herausstellen könnte, heisst es bei Amvac. Das Unternehmen kann den Hilfsstoff gemäss der Vereinbarung mit dem Helmholtz-Zentrum exklusiv für alle Infektionskrankheiten und für Indikationen in der Gynäkologie und der Urologie verwenden. Für die weitere Entwicklung wird die Amvac mit den beiden Forschungsinstituten zusammenarbeiten, wo die Technologien entwickelt wurden.

Die Amvac AG ist ein biopharmazeutisches Unternehmen mit Sitz in Zug mit 20 Mitarbeitern, das sich auf Impfstoffe konzentriert. Das Unternehmen hat bereits zwei fortgeschrittene Immuntherapeutika in den Bereichen Gynäkologie und Urologie in der Entwicklung (Phase III abgeschlossen bzw. in Vorbereitung). Ein Impfstoff zur Verhinderung von Frühgeburten ist in Ungarn bereits seit 1998 zugelassen. Weitere präklinische Produkte gegen Atemwegserkrankungen befinden sich in einem frühen Stadium der Erprobung.



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