Gesundheit, Wellness, Medizin

Klinik für Anästhesiologie etabliert frühzeitig Anwendung der „Hypothermie“ bei Herzinfarkt-Patienten

Eine milde Kühlung von Patienten nach Herz-Kreislauf-Stillstand hilft, die Überlebensrate und die Lebensqualität zu verbessern – das haben zwei internationale klinische Studien kürzlich gezeigt. Die Klinik für Anästhesiologie des Universitätsklinikums Mainz setzt diese aktuellen Forschungsergebnisse präklinisch – also vom Eintreffen des Notarztes bis zur Ankunft in der Klinik – bereits in die Tat um und will die Hypothermie am Mainzer Universitätsklinikum gemeinsam mit der kardiologischen Klinik möglichst rasch etablieren. Aus diesem Grund hatte die Klinik am vergangenen Wochenende Mitarbeiter, niedergelassene Fachärzte sowie Mitarbeiter von Rettungsdiensten und Pflegekräften zu einem Symposium eingeladen: Mehr als 130 Zuhörer informierten sich dabei über die Anwendung der Hypothermie bei verschiedenen Krankheitsbildern.

Stechende Schmerzen in der Brust, ein Ziehen im linken Arm – das sind nur einige Symptome eines Herzinfarktes. Dabei kann es auch zum plötzlichen Herztod – also zum Herz-Kreislauf-Stillstand – kommen. Herz und Kreislauf stehen still und es wird kein lebensnotwendiger Sauerstoff und keine Energie mehr zu den Zellen transportiert. Besonders das Gehirn ist für diesen Sauerstoffmangel anfällig. Diesen Zustand bezeichnet man als „klinisch tot“. Mit Hilfe von Reanimationsmassnahmen (Herz-Lungen-Wiederbelebung), also Brustkompressionen, Beatmung und Elektroschock kann eine Vielzahl dieser Patienten wiederbelebt werden. Wie stark die Zellen des Gehirns unter dem Sauerstoffmangel gelitten haben, zeigt sich allerdings erst im weiteren Verlauf. Hier kann die Hypothermie – die rasche Abkühlung des Patienten – auf 32 bis 34 Grad Körpertemperatur für die Dauer von 24 Stunden, Nervenzellen unterstützen, sich besser vom Sauerstoffmangel zu erholen – das haben kürzlich zwei internationale klinische Studien gezeigt.

So kann mithilfe der Hypothermie die Überlebensrate von Patienten mit plötzlichem Herz-Kreislauf-Stillstand deutlich gesteigert werden. Zudem kann die Abkühlung neurologische Folgeschäden aufgrund von Sauerstoffmangel im Gehirn mildern. Die Risiken einer Unterkühlung – etwa eine Lungenentzündung – sind absehbar und gut zu behandeln, so dass der Nutzen – mehr Patienten überleben mit guter Lebensqualität – überwiegt. Aufgrund der Ergebnisse dieser Studien wird die Hypothermie seit dem letzten Jahr in den internationalen Behandlungsleitlinien als Standard empfohlen. In Deutschland wird sie bislang allerdings eher selten umgesetzt – nicht so in den Mainzer Universitätskliniken für Anästhesiologie und Kardiologie.

In der Klinik für Anästhesiologie etwa wird die Hypothermie bei Patienten nach plötzlichem Herztod bereits regelmässig angewandt. „Damit die Kühlung möglichst rasch einsetzt und die positiven Effekte frühzeitig zur Geltung kommen, beginnen wir schon im Notarztwagen oder im Hubschrauber vor dem Erreichen der Klinik damit“, erläutert Dr. Benno Wolcke, leitender Notfallmediziner der Klinik für Anästhesiologie. „Eine rasche Abkühlung erreichen wir zunächst etwa mit kalter Infusionslösung oder ‚Cool Packs‘ auf den Leisten und den Achselhöhlen.“

„Die Mainzer Notfallmedizin blickt auf eine lange erfolgreiche Tradition in der Versorgung der Bürger zurück. Hierzu gehören nicht nur die international kürzesten Zeiten bis zum Eintreffen eines Arztes am Notfallort, sondern auch, dass wir sehr schnell auf aktuelle und viel versprechende Entwicklungen der klinischen Forschung reagieren“, erklärt Prof. Christian Werner, Direktor der Klinik für Anästhesiologie. „Die Hypothermie ist ein absolut aussichtsreiches Thema. Um diese Behandlung möglichst rasch als Routineanwendung zu etablieren und um den Nutzen und die Risiken zu charakterisieren, haben wir ein erstes Hypothermie-Symposium veranstaltet.“

Das Symposium beschäftigte sich nicht nur mit der Hypothermie nach Herz-Kreislauf-Stillstand, sondern auch mit deren Anwendung bei anderen Krankheitsbildern: So wird auch beim Schädel-Hirn-Trauma oder beim Schlaganfall versucht die Schädigung der Zellen durch Kühlung zu verringern. Die hierfür nötigen Forschungsreihen sind jedoch noch nicht abgeschlossen. Man darf aber gespannt sein, ob die Hypothermie auch für Patienten mit diesen Krankheitsbildern ähnlich positive Effekte hat wie für Herzinfarkt-Patienten.

Weitere Infos finden Sie hier …


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Klinik für Anästhesiologie etabliert frühzeitig Anwendung der „Hypothermie“ bei Herzinfarkt-Patienten

Eine milde Kühlung von Patienten nach Herz-Kreislauf-Stillstand hilft, die Überlebensrate und die Lebensqualität zu verbessern – das haben zwei internationale klinische Studien kürzlich gezeigt. Die Klinik für Anästhesiologie des Universitätsklinikums Mainz setzt diese aktuellen Forschungsergebnisse präklinisch – also vom Eintreffen des Notarztes bis zur Ankunft in der Klinik – bereits in die Tat um und will die Hypothermie am Mainzer Universitätsklinikum gemeinsam mit der kardiologischen Klinik möglichst rasch etablieren. Aus diesem Grund hatte die Klinik an einem Wochenende Mitarbeiter, niedergelassene Fachärzte sowie Mitarbeiter von Rettungsdiensten und Pflegekräften zu einem Symposium eingeladen: Mehr als 130 Zuhörer informierten sich dabei über die Anwendung der Hypothermie bei verschiedenen Krankheitsbildern.

Stechende Schmerzen in der Brust, ein Ziehen im linken Arm – das sind nur einige Symptome eines Herzinfarktes. Dabei kann es auch zum plötzlichen Herztod – also zum Herz-Kreislauf-Stillstand – kommen. Herz und Kreislauf stehen still und es wird kein lebensnotwendiger Sauerstoff und keine Energie mehr zu den Zellen transportiert. Besonders das Gehirn ist für diesen Sauerstoffmangel anfällig. Diesen Zustand bezeichnet man als „klinisch tot“. Mit Hilfe von Reanimationsmassnahmen (Herz-Lungen-Wiederbelebung), also Brustkompressionen, Beatmung und Elektroschock kann eine Vielzahl dieser Patienten wiederbelebt werden. Wie stark die Zellen des Gehirns unter dem Sauerstoffmangel gelitten haben, zeigt sich allerdings erst im weiteren Verlauf. Hier kann die Hypothermie – die rasche Abkühlung des Patienten – auf 32 bis 34 Grad Körpertemperatur für die Dauer von 24 Stunden, Nervenzellen unterstützen, sich besser vom Sauerstoffmangel zu erholen – das haben kürzlich zwei internationale klinische Studien gezeigt.

So kann mithilfe der Hypothermie die Überlebensrate von Patienten mit plötzlichem Herz-Kreislauf-Stillstand deutlich gesteigert werden. Zudem kann die Abkühlung neurologische Folgeschäden aufgrund von Sauerstoffmangel im Gehirn mildern. Die Risiken einer Unterkühlung – etwa eine Lungenentzündung – sind absehbar und gut zu behandeln, so dass der Nutzen – mehr Patienten überleben mit guter Lebensqualität – überwiegt. Aufgrund der Ergebnisse dieser Studien wird die Hypothermie seit dem letzten Jahr in den internationalen Behandlungsleitlinien als Standard empfohlen. In Deutschland wird sie bislang allerdings eher selten umgesetzt – nicht so in den Mainzer Universitätskliniken für Anästhesiologie und Kardiologie.

In der Klinik für Anästhesiologie etwa wird die Hypothermie bei Patienten nach plötzlichem Herztod bereits regelmässig angewandt. „Damit die Kühlung möglichst rasch einsetzt und die positiven Effekte frühzeitig zur Geltung kommen, beginnen wir schon im Notarztwagen oder im Hubschrauber vor dem Erreichen der Klinik damit“, erläutert Dr. Benno Wolcke, leitender Notfallmediziner der Klinik für Anästhesiologie. „Eine rasche Abkühlung erreichen wir zunächst etwa mit kalter Infusionslösung oder ‚Cool Packs‘ auf den Leisten und den Achselhöhlen.“

„Die Mainzer Notfallmedizin blickt auf eine lange erfolgreiche Tradition in der Versorgung der Bürger zurück. Hierzu gehören nicht nur die international kürzesten Zeiten bis zum Eintreffen eines Arztes am Notfallort, sondern auch, dass wir sehr schnell auf aktuelle und viel versprechende Entwicklungen der klinischen Forschung reagieren“, erklärt Prof. Christian Werner, Direktor der Klinik für Anästhesiologie. „Die Hypothermie ist ein absolut aussichtsreiches Thema. Um diese Behandlung möglichst rasch als Routineanwendung zu etablieren und um den Nutzen und die Risiken zu charakterisieren, haben wir ein erstes Hypothermie-Symposium veranstaltet.“

Das Symposium beschäftigte sich nicht nur mit der Hypothermie nach Herz-Kreislauf-Stillstand, sondern auch mit deren Anwendung bei anderen Krankheitsbildern: So wird auch beim Schädel-Hirn-Trauma oder beim Schlaganfall versucht die Schädigung der Zellen durch Kühlung zu verringern. Die hierfür nötigen Forschungsreihen sind jedoch noch nicht abgeschlossen. Man darf aber gespannt sein, ob die Hypothermie auch für Patienten mit diesen Krankheitsbildern ähnlich positive Effekte hat wie für Herzinfarkt-Patienten.

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