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Während Brillen in Deutschland zur Normalität gehören, tun sich viele Menschen noch immer schwer mit der Akzeptanz eines Hörgerätes. Dies führt dazu, dass ältere Menschen eine Schwerhörigkeit oft nicht wahrnehmen wollen – und in eine gefährliche Isolation rutschen.

Schwerhörigkeit ist ein Massenphänomen

Studien zufolge leiden in Deutschland etwa 21 % Prozent der erwachsenen Bevölkerung unter Schwerhörigkeit. Mit anderen Worten: Jeder Fünfte in Deutschland ist zumindest von einer leichten Schwerhörigkeit betroffen, wenn nicht von einer schweren Hörbehinderung oder gar Taubheit. Bei den Älteren liegt dieser Anteil naturgemäß wesentlich höher. Dennoch gilt Schwerhörigkeit noch immer als Makel. Menschen, die kein Problem damit haben, eine deutlich sichtbare Brille zu tragen, tun sich schwer mit der Akzeptanz eines Hörgerätes. Möglichst klein und unauffällig soll es sein und idealerweise im Gehörgang verschwinden, statt offen sichtbar auf dem Ohr zu sitzen.

Die Scheu vor dem Hörgerät geht so weit, dass viele ältere Menschen gar nicht zugeben wollen, dass sie schlechter hören als früher. Dazu verläuft der Hörverlust schleichend. Da wird zunächst der Fernseher ein paar Dezibel lauter gestellt und beim Treffen mit den Freundinnen fehlen hier und da einige Sätze, während sich das Gesprächsthema noch zusammenreimen lässt. Doch irgendwann kommt der Punkt, wo dem Gespräch oder der Handlung im Kino oder Theater nicht mehr gefolgt werden kann. Statt die Freundinnen dann zu bitten, lauter zu sprechen, weil das eigene Gehör nicht mehr so will wie früher, wird das folgende Treffen lieber abgesagt. Theater und Kino werden zugunsten des eigenen Fernsehers gestrichen, auf dem wenigstens Untertitel zugeschaltet werden können. Am Ende steht der Rückzug in die eigenen vier Wände und Rückzug in die Isolation.

Dies können Betroffene – und ihre Verwandten – tun

Der erste Schritt ist, die Schwerhörigkeit nicht als peinlichen Makel zu betrachten. Niemand muss sich für eine Hörbehinderung entschuldigen. Der zweite Schritt führt zum Ohrenarzt, der einen Hörtest durchführt und ein Rezept für ein Hörgerät ausstellt. Damit geht es zum Hörgeräteakustiker, der das passende Hörgerät auswählt und auf die eigenen Bedürfnisse anpasst. Der Akustiker hält neben den Hörgeräte selbst auch Zubehör wie Hörgerätebatterien, Reinigungsmittel und andere Hilfsmittel wie eine Klingel mit optischem Signal bereit. Der letzte und wichtigste Schritt ist der offene Umgang mit der Hörbehinderung. Nicht nur Freundinnen sollten beim nächsten Treffen gebeten werden, lauter und deutlicher zu sprechen. Auch bei anderen Kontakten ist ein Hinweis hilfreich. Die meisten stellen sich gerne darauf ein, so dass das Zusammensein mit anderen Menschen wieder Freude macht. Eine gefährliche Isolation wird vermieden.

Bild: ©istock.com/RobertoDavid


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