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Eiweisse im Blut können eine Alzheimererkrankung anzeigen, auch wenn die Symptome der Krankheit noch nicht eindeutig zutage treten. Das hat ein internationales Forscherteam bei Analysen des Blutes von Alzheimerpatienten herausgefunden. Demnach verändert sich bei Alzheimer die Konzentration von 18 verschiedenen Eiweissen im Blut. Da diese Veränderungen schon sehr früh auftreten, könne so auch eine spätere Alzheimererkrankung vorhergesagt werden.

Die Wissenschaftler untersuchten Blutproben von vierzig Alzheimerpatienten und ebenso vielen gesunden Probanden und massen die Menge von 120 verschiedenen Bluteiweissen. Dabei fanden sie 18 Moleküle, die bei den Alzheimerpatienten in anderer Konzentration vorlagen als bei den gesunden Versuchsteilnehmern. Anschliessend bestimmten die Forscher die Konzentration der Eiweisse im Blut weiterer achtzig Versuchsteilnehmer, ohne vorher zu wissen, ob diese an Alzheimer erkrankt waren. Dabei konnten sie neunzig Prozent der Alzheimer-Patienten mit Hilfe ihres Bluttests als solche identifizieren, erklären die Wissenschaftler.

Zusätzlich verwendeten die Forscher Blutproben aus früheren Studien an Patienten, die zum Zeitpunkt der Blutabnahme nur an leichten Einschränkungen des Gedächtnisses gelitten hatten. Von den 22 Patienten, die in den darauffolgenden Jahren an Alzheimer erkrankten, zeigten 20 bereits die Eiweissveränderungen im Blut, als ihre geistige Leistungsfähigkeit erst leicht eingeschränkt war. Mit Hilfe ihres Tests könne bei Patienten mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen bereits vorausgesagt werden, ob es sich dabei bereits um die ersten Anzeichen einer Alzheimererkrankung handelt, erklären die Wissenschaftler. Damit könnten solche Patienten bereits in einem frühen Stadium behandelt werden.

Die 18 Bluteiweisse sind wichtig für das Immunsystem und die Blutbildung, erklären die Forscher. Diese Systeme seien somit schon zu einem frühen Zeitpunkt der Krankheit verändert. Das decke sich mit früheren Studien, die bereits auf eine Beteiligung des Immunsystems und der für die Blutbildung wichtigen Signalwege hingewiesen hatten.

Tony Wyss-Coray (Stanford-Universität) et al.: Nature Medicine, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1038/nm1653


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