Gesundheit, Wellness, Medizin

Eine bereits als klassisch zu bezeichnende Form der Massage ist die Lymphdrainage, die vom dänischen Biologen und Physiotherapeuten Dr. Emil Vodder vor rund 70 Jahren entwickelt worden ist. Ausgangspunkt seiner Entdeckung war eine Patientin mit chronischer Erkältung, der er entgegen der damals herrschenden medizinischen Regel die geschwollenen Halslymphknoten massierte. Der Erfolg war durchschlagend und führte Vodder dazu, auch andere Lymphbahnen und Lymphknoten zu behandeln.

So entstand die «Manuelle Lymphdrainage», die eine weite Verbreitung und mit der Erforschung des Lymphsystems in den darauffolgenden Jahrzehnten auch immer grössere wissenschaftliche Untermauerung und Akzeptanz gefunden hat (durch die Mediziner Asdonk, Brunner, Kubik u.a.).

Das Lymphsystem ist neben dem Blutkreislauf gleichsam ein zweites, etwas langsamer funktionierendes Versorgungsnetz, das insbesondere für den Abtransport von Eiweiss- und Abbaustoffen sowie der Restflüssigkeit zwischen den Zellen sorgt, welche das venöse Blutgefässsystem zurücklässt. Zudem gehört die Infektionsabwehr mittels Neubildung und Transport von Lymphozyten (= Abwehrzellen) zu seinen wichtigsten Aufgaben.

Das Lymphgefässsystem durchzieht den ganzen Organismus, bildet an bestimmten Stellen (z.B. im Bereich von Achseln, Leisten, Knie, Ellbogen, Hals oder Darm) Knoten und mündet schliesslich in eine herznahe Vene.

Eigene kleine Muskeln und Klappen, aber auch Atmung und Bewegung des ganzen Körpers sorgen mit Pump- und Saugbewegungen für den Transport der Lymphe (ca. 2 Liter in 24 Stunden). Die Lymphknoten filtrieren und eliminieren schädliche Stoffe und Krankheitserreger und schwellen bei Infektionen oder Überbelastungen an. So ist das Anschwellen der Lymphknoten in der Achselhöhle etwa ein auffälliges Zeichen einer Entzündung oder Vergiftung.

Ist der Lymphkreislauf überfordert und gestört, sammelt sich Flüssigkeit zwischen den Zellen, und es entsteht ein Ödem, eine Schwellung. Mangelnde Bewegung kann solche Störungen begünstigen. Insbesondere aber nach Brust-, Prostata- oder Darmkrebsoperationen, bei denen oft auch die Lymphknoten in Achsel oder Leisten entfernt oder beeinträchtigt werden, sowie nach einer Schwangerschaft oder Verletzungen mit Thrombosen (Bildung von Blutpfropfen) treten häufig Probleme auf. Jede zweite Frau leidet nach einer Brustkrebs- und Armlymph – Amputation an einem (oft sehr schmerzhaften) Lymphödem und Störungen der Lymphzirkulation.

Diese sind denn auch die Hauptindikationen der mannellen Lymphdrainage, die mit sehr sanften rhythmischen Pump- und spiralförmigen Kreisbewegungen von Daumen und Hand mit an- und abschwellendem Massagedruck von den herznahen Bezirken hinaus in die Glieder und Peripherie des Organismus arbeitet. Diese Massage «mit Samtpfötchen» ist langsam, sehr beruhigend oder gar einschläfernd und wirkt somit auch positiv auf das vegetative Nervensystem.

Nervenentzündungen, Migräne, Entzündungen im Hals-, Nasen-, Ohrenbereich, gewisse Haut- und rheumatische Erkrankungen, Cellulite oder Folgen eines Schlaganfalls sollen neben den erwähnten Ödemen ebenfalls gut auf die Lymphdrainage ansprechen.

Bei akuten Fieber- oder Infektionserkrankungen, venösen Thrombosen, Herzinsuffizienz oder Asthma bronchiale sowie bei bösartigen Veränderungen des Drüsensystems verzichtet man im allgemeinen auf eine Lymphdrainage.

Die manuelle Lymphdrainage wird am entkleideten Klienten ausgeführt, ist schmerzlos, ja schmerzlindernd und sehr entspannend. Sie unterstützt die Stoffwechselvorgänge und Abwehrkräfte in unserem Körper. Bei grösseren Störungen des Lymphsystems ist mit längerer Behandlungsdauer zu rechnen. In der Regel wird der Arzt die Indikation abklären und die Krankenkasse die Kosten übernehmen.

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