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 - GesundheitKombination von Verhaltensmerkmalen ermöglicht Diagnose schon bei einjährigen Kindern

Kanadische Wissenschaftler haben eine Reihe von Verhaltensmerkmalen identifiziert, die bereits bei ganz kleinen Kindern auf Autismus hindeuten. Dazu gehören eine ausgeprägte Passivität und eine erhöhte Reizbarkeit, die schon im Alter von nur zwölf Monaten auftreten. Mithilfe dieses Merkmalskatalogs können Kleinkinder nun bereits sehr viel früher auf Autismus getestet und früher behandelt werden als bisher.

Autismus ist eine Entwicklungsstörung, die durch eine starke Selbstbezogenheit sowie Verhaltens-, Kommunikations- und Wahrnehmungsprobleme gekennzeichnet ist. Die Symptome autistischer Kinder können vielfältig und unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Eine Diagnose ist deshalb schwierig, und bis jetzt gab es nur eine Checkliste für Autismus für Kinder, die älter als 18 Monate sind. Der neue Merkmalskatalog der Forscher enthält 16 Verhaltensmuster, die mit Autismus in Verbindung gebracht werden. Der Katalog ermöglicht es den Ärzten, bereits bei einjährigen Kindern eine spätere Entwicklung von Autismus vorauszusehen.

Die Forscher testeten ihre neue Diagnosemethode an 200 einjährigen Kindern, die ältere Geschwister mit Autismus hatten. Im Alter von zwei Jahren wurden die Kleinkinder mit dem herkömmlichen Test erneut auf Autismus getestet. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Aussagekraft des neuen Tests erstaunlich gross ist. Beinahe alle Kinder, die als Zweijährige als autistisch diagnostiziert wurden, zeigten mit zwölf Monaten mindestens sieben Merkmale des Risikokatalogs für Autismus.

Sogar schon bei sechs Monate alten Kindern waren bestimmte Verhaltensmuster wie ein passives Temperament und eine geringere Aktivität erkennbar. Bis im Alter von zwölf Monaten kamen weitere Merkmale wie eine sehr hohe Reizbarkeit, nur geringe Sozialkontakte und die Tendenz, Objekte zu fixieren hinzu. Als Einjährige zeigten die Kinder Schwierigkeiten im Sprachgebrauch und der Kommunikation. Sie gestikulierten weniger häufig und verstanden fast keine Sätze.

Die Forscher wissen noch nicht, ob diese Risikomerkmale eine frühe Ausprägung von Autismus zeigen oder ob sie die Fähigkeiten eines Kindes beeinträchtigen, von sozialen Erfahrungen zu lernen, was die Entwicklung von Autismus zur Folge hätte. „Die neue Diagnosemethode gibt uns einen besseren Einblick in die Biologie des Autismus und hilft uns zu verstehen, wieso er sich so früh entwickelt“, erklärt Studienleiterin Zwaigenbaum. Die Wissenschaftler hoffen nun, neue und früher einsetzbare Behandlungsmethoden für autistische Kinder entwickeln zu können.

Lonnie Zwaigenbaum (Offord-Zentrum, Hamilton) et al.: The International Journal of Developmental Neuroscience, Bd. 23, S. 143

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