Lokale Brustkrebstherapie ist sanfter

Studie: Kaum Nebenwirkungen bei Injektion der Medikamente in die Milchgänge

Ein neuer Ansatz amerikanischer Mediziner könnte helfen, die Behandlung von Brustkrebs schonender zu machen. Die Wirkstoffe für eine Chemotherapie werden dabei nicht in den Blutkreislauf gespritzt, sondern direkt in die Milchgänge der Brust “ also genau dorthin, wo die meisten Brustkrebstumoren entstehen. Erste Studien an Ratten und Mäusen haben bereits gezeigt, dass im Gegensatz zum herkömmlichen Verfahren trotz hoher Erfolgsrate praktisch keine Nebenwirkungen auftreten. Möglicherweise könnte mit dem Ansatz auch das Ausbrechen der Krebserkrankung bei Frauen mit besonders hohem Risiko verhindert werden, glauben die Forscher.

Brustkrebs entsteht praktisch immer aus den Zellen, die die Milchgänge der Brustdrüse auskleiden. Diese winzigen Kanälchen durchziehen wie ein Rohrleitungssystem die Brust und münden in Öffnungen an der Brustwarze. Genau diesen natürlichen Zugang nutzten die Wissenschaftler nun, um ihre lokale Chemotherapie zu verabreichen: Mithilfe von haarfeinen Kanülen injizierten sie Mäusen mit Brustkrebs im Frühstadium einen Wirkstoff namens Doxorubicin, der auch beim Menschen eingesetzt wird, direkt in die Milchgänge.

Schon dieser erste Versuch sei sehr erfolgreich gewesen, berichten die Mediziner. Die Tumoren der lokal behandelten Mäuse waren am Ende der Studiendauer lediglich halb so gross wie die ihrer Artgenossen, die das Mittel intravenös erhalten hatten. Noch besser sah das Ergebnis aus, als die Wissenschaftler die Dosis erhöhten: Vier von zehn Tumoren verschwanden vollständig und vier weitere verkleinerten sich deutlich, wohingegen die Mäuse mit der intravenösen Behandlung praktisch genauso grosse Tumoren entwickelten wie die Kontrollgruppe ohne Therapie.

Der Behandlungsansatz sei besonders für Brustkrebs im Frühstadium geeignet, wenn der Krebs noch nicht auf andere Gewebe übergegriffen hat, schreiben die Forscher. Bislang werden solche Tumoren nicht mit einer Chemotherapie, sondern meist mit einer Kombination aus Operation und Bestrahlung behandelt. Sollte sich der Erfolg jedoch auch beim Menschen bestätigen, könnte die neue Methode die gängigen Therapievarianten nach Ansicht der Mediziner in Zukunft ersetzen oder zumindest ergänzen. Eine erste klinische Studie mit Brustkrebspatientinnen habe bereits begonnen. Die Methode eigne sich jedoch nicht nur für die Behandlung der Krebserkrankung, sondern auch für die Vorbeugung bei Risikogruppen, so die Forscher: Bei Tests mit genetisch veränderten Ratten, bei denen überdurchschnittlich häufig Brustkrebs auftritt, habe die Behandlung den Ausbruch der Krankheit vollständig verhindert.

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