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Asiaten beherbergen in etwa die gleiche Gemeinschaft von Mikroorganismen in ihrem Mund wie Europäer, Amerikaner und Afrikaner. Das ist das Fazit einer genetischen Studie eines internationalen Forscherteams, das die mikrobielle Bevölkerung in Speichelproben von Menschen aus sechs verschiedenen Regionen der Welt unter die Lupe genommen hat. Das überraschende Ergebnis: Zwar unterscheidet sich die Mundflora zwischen den einzelnen Probanden erheblich, die Unterschiede sind jedoch zwischen Nachbarn nicht größer als zwischen Bewohnern von unterschiedlichen Enden der Erde. Wo ein Mensch lebt, hat demnach kaum Einfluss auf die Zusammensetzung oder die Vielfalt der identifizierten Bakterien, schreiben die

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In der Mundhöhle wimmelt es geradezu von mikrobiellem Leben: Bis zu 600 verschiedene Bakterienarten vermuten Forscher dort. Wie hoch genau die Vielfalt beim gesunden Menschen ist und was sie beeinflusst, ist bislang allerdings völlig unklar. Stoneking und seine Kollegen halten das jedoch für ein Problem, denn die Mundflora könnte beispielsweise in Zusammenarbeit mit den Bakterienpopulationen im Verdauungstrakt die Gesundheit des Menschen beeinflussen. Gäbe es zudem klare Unterschiede in der Zusammensetzung der Bakteriengemeinschaft zwischen verschiedenen Kulturen oder Bevölkerungsgruppen, ließen sich daraus möglicherweise Schlussfolgerungen über Wanderungsbewegungen dieser Gruppen ziehen – ähnlich wie es bereits mit Hilfe der Variationen des Magenkeims Helicobacter pylori gelungen ist.

Als die Wissenschaftler nun jedoch die genetische Beschaffenheit der Mundflora von jeweils zehn Freiwilligen aus Argentinien, Bolivien, Kalifornien, Louisiana, Deutschland, Polen, der Türkei, Georgien, dem Kongo, Südafrika, China und den Philippinen verglichen, erlebten sie in dieser Hinsicht eine Enttäuschung: Es fanden sich keine klaren geografischen Muster in der Verteilung der Bakterienvarianten. Insgesamt identifizierten die Forscher 101 bereits bekannte Gattungen, von denen 39 noch nicht in der Mundhöhle nachgewiesen worden waren, und 64 bislang unbekannte Gattungen. Jeder einzelne Proband beherbergte zwischen sechs und dreißig Gattungen in seinem Mund. Im Kongo und in Kalifornien waren die individuellen Unterschiede zwischen den Probanden aus der Region am größten, in Georgien und der Türkei am kleinsten. Allgemein ließ sich sagen, dass einige wenige Gattungen insgesamt sehr häufig vertreten waren, während die meisten eher selten nachgewiesen wurden.

In Anbetracht der fehlenden geografischen Struktur sind die Forscher etwas ratlos, welche Faktoren die Vielfalt und die Zusammensetzung der Mundflora tatsächlich bestimmen. Sie wollen nun gezielter einzelne Bakterienarten und mehr genetische Marker untersuchen. Zusätzlich sollen mehrere aufeinanderfolgende Tests zeigen, wie eine Ernährungsumstellung oder ein Umzug die Zusammensetzung verändern.

Mark Stoneking (Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie, Leipzig) et al.: Genome Research, DOI: 10.1101/gr.084616.108


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