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Studie: Nur mehr Muskeln bringen auch mehr Knochendichte, Fettgewebe hat keinen Einfluss

Übergewicht ist entgegen früherer Annahmen nicht gut für die Knochen, haben amerikanische Wissenschaftler in einer Studie mit 300 Jugendlichen und jungen Erwachsenen gezeigt: Obwohl das Gewicht des Fettgewebes den Druck auf die Knochen erhöht und damit eigentlich die Bildung von neuer Knochensubstanz stimulieren sollte, fanden die Forscher keinen positiven Einfluss der Körperfettmenge auf Knochendichte oder -struktur. Eine höhere Muskelmasse gehe dagegen eindeutig mit einer besseren Knochendichte einher, berichten Agnieszka Janicka und ihre Kollegen.

Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler bei 300 Mädchen und Jungen im Alter zwischen 13 und 21 Jahren die Körpermasse, die Knochendichte an Oberschenkelknochen und Wirbeln, die Struktur der Knochen sowie den Anteil an Fettgewebe und Muskelmasse. Der Body-Mass-Index (BMI) der Teilnehmer reichte dabei von 16 bei Probanden mit deutlichem Untergewicht bis zu Werten über 40, die bereits eine extreme Fettleibigkeit kennzeichnen.

Je mehr Muskelmasse die jungen Studienteilnehmer hatten, desto besser war auch der Zustand ihrer Knochen, zeigte die Auswertung. Eine Zunahme des Fettgewebes beeinflusste dagegen die Knochendichte gar nicht oder ging sogar mit einer Verschlechterung der Knochenstabilität einher. Diese Ergebnisse bestätigten die Vermutung, dass es nicht die ständige, statische Belastung der Knochen durch ein höheres Körpergewicht ist, die die Knochenneubildung anregt, so die Forscher. Vielmehr scheint die dynamische, immer wieder unterschiedliche Beanspruchung durch die Muskeln und deren Bewegungen für die Stabilisierung der Knochen zu sorgen.

Zusätzlich beeinflusst das Fettgewebe die Knochendichte möglicherweise auch noch auf direkteren Wegen, vermuten die Wissenschaftler. So könnten etwa im Fettgewebe gebildete Hormone oder andere Botenstoffe das Gleichgewicht von Knochenbildung und -abbau stören. Ausserdem entstehen knochenbildende Zellen und die Vorläufer von Fettzellen aus den gleichen Stammzellen. Werden davon sehr viele für den Aufbau von Fettgewebe benötigt, könne es sein, dass für die Knochenstabilisierung nicht mehr genügend verfügbar sind, so eine andere Spekulation. Wie auch immer der Mechanismus aussehe, eines hätte die Studie deutlich gezeigt, betonen die Forscher: Übergewicht helfe in keinem Fall dabei, Osteoporose vorzubeugen.

Agnieszka Janicka (Childrens Hospital, Los Angeles) et al.: Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, Bd. 92, S. 143


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