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Möglichst schonende Behandlungen bevorzugen, aktiv bleiben und die Warnzeichen für ein Lymphödem kennen: Laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) können Frauen mit Brustkrebs auf diese Weise einem Lymphödem vorbeugen. Wie sie sich vor dieser häufigen und belastenden unerwünschten Wirkung der Krebstherapie schützen können oder besser damit zurechtkommen, erfahren Frauen auf der IQWiG-Website www.gesundheitsinformation.de.
Das Institut hat auch eine Online-Umfrage für Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs und ihre Angehörigen veröffentlicht, um mehr über ihre Informationsbedürfnisse zu erfahren.

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Das Lymphsystem schützen

Die Brustkrebstherapie ist heute wirksamer als früher: Über 80 Prozent der Betroffenen in Deutschland überleben die Erkrankung. Da die Überlebensrate steigt, wird die Lebensqualität umso wichtiger, so das IQWiG. Nach einer Brustkrebsbehandlung entwickelt sich nicht selten ein Lymphödem. Es kann entstehen, wenn das Lymphsystem geschädigt wird. Wenn das Lymphsystem die Flüssigkeit im Brust- und Armgewebe nicht mehr richtig abtransportieren kann, staut sie sich und der Arm schwillt an. Er lässt sich nicht mehr so gut bewegen und schmerzt. Ein Lymphödem kann chronisch werden und ist dann nur noch schwer zu behandeln.

Das Risiko für ein Lymphödem ist umso höher, je aggressiver die Brustkrebsbehandlung ist. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schätzen, dass etwa 400.000 Frauen allein in Deutschland aufgrund einer Krebstherapie ein Lymphödem entwickelt haben. „Selbst wenn weniger aggressive Verfahren eingesetzt werden, entwickeln 10 bis 20 Prozent der Frauen ein Lymphödem“, so der Leiter des IQWiG, Professor Dr. Med. Peter Sawicki. „Wir Ärztinnen und Ärzte unterschätzen immer noch, welchen Einfluss unerwünschte Behandlungswirkungen wie ein Lymphödem auf die Lebensqualität der Patientinnen haben. Der erste Schritt zur Vorbeugung wäre es, eine Therapie zu wählen, die die Schädigung des Lymphsystems in Grenzen hält.“

Bessere Lebensqualität nach überstandenem Brustkrebs

Der zweite Schritt auf dem Weg zu einer besseren Lebensqualität ist, aktiv zu bleiben. Über viele Jahre hinweg ist den Frauen nach einer Brustkrebsoperation geraten worden, ihren Arm nicht zu belasten und mit körperlichen Aktivitäten vorsichtig zu sein. Professor Sawicki: „Die althergebrachten und pauschalen Warnungen, Frauen müssten ihren Arm schonen, um kein Lymphödem zu entwickeln, haben keine stabile wissenschaftliche Grundlage. Tatsächlich haben Studien mit Frauen, die nach einer Brustkrebsbehandlung körperlich aktiv waren, gezeigt, dass dies ihre Lebensqualität steigern kann, ohne das Risiko für ein Lymphödem zu erhöhen.“

Allerdings ist es wichtig, dass Frauen lernen, wie sie ein beginnendes Lymphödem erkennen und wie sie möglichst früh etwas dagegen unternehmen können. „Ein Gefühl von Schwere und Wärme sowie eine Schwellung des Arms – wenn Frauen in den ersten Jahren nach ihrer Brustkrebstherapie solche Anzeichen bemerken, müssen sie rasch handeln“, sagt Professor Sawicki. „Im frühen Stadium ist ein Lymphödem einfacher zu therapieren.“

Nach bisherigem Wissen hilft bei einem Lymphödem eine Druckbehandlung (Kompressionstherapie) mit Bandagen oder speziellen (Arm-)Strümpfen.
Eine spezielle Massagetechnik, die Lymphdrainage, und physiotherapeutische Übungen könnten ebenfalls unterstützend wirken; dies ist jedoch nicht so gut untersucht. Über Lymphödeme und ihre Behandlung können sich Interessierte auf der IQWiG-Website gesundheitsinformation.de informieren.

Informationsbedürfnisse bei fortgeschrittenem Brustkrebs: Neue Umfrage

Zur Weiterentwicklung eines Informationspakets hat das Institut heute eine Online-Umfrage veröffentlicht. Professor Sawicki: „Wir möchten gern wissen, welche Informationsbedürfnisse Betroffene mit fortgeschrittenem Brustkrebs und ihre Angehörigen haben. So können wir prüfen und darüber berichten, welche Fragen die Wissenschaft beantworten kann.“

Die IQWiG-Website gesundheitsinformation.de informiert die Bevölkerung allgemeinverständlich und aktuell über medizinische Entwicklungen und Forschungsergebnisse zu wichtigen gesundheitlichen Fragen. Wer über die neuesten Veröffentlichungen der unabhängigen Gesundheits-Website auf dem Laufenden sein möchte, kann den Gesundheitsinformation.de- Newsletter abonnieren.

Quelle zur Angabe der Häufigkeit von Lymphödemen in Deutschland:

Seifart U, Albert U-S, Helm M-E, Hübner J et al. Lymphödem bei Mammakarzinom – Konsensus zur Sektoren übergreifenden Diagnostik und Therapie des postoperativen Lymphödems bei Patientinnen mit primärem Mammakarzinom. Rehabilitation (Stuttg) 2007; 46: 340-348.


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