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Hypnose kann die Schmerzempfindung deutlich reduzieren, ohne die übrigen Wahrnehmungsaspekte des Betroffenen in irgendeiner Weise zu beeinträchtigen “ das berichteten Experten auf dem aktuellen Treffen der Europäischen Neurologischen Gesellschaft auf Rhodos.
Sie ist daher ein äusserst effektives Mittel zur Veränderung der Wahrnehmung akuter Schmerzzustände.

Wie Hypnose die Empfindlichkeit eines Patienten gegenüber schmerzhaften Reizen auf der Ebene der Aktivität der reizweiterleitenden Nervenzellen (Neuronen) vermindert, sind wissenschaftlich noch nicht wirklich entschlüsselt.
Doch eine Studie von Forscherteams der Universitäten von Liège (Belgien) und Kopenhagen (Dänemark) hat nun gezeigt, dass es unter Hypnose zu einer deutliche Verringerung der Schmerzwahrnehmung kommt “ ohne dass die anderen Aspekte menschlicher Wahrnehmung in irgendeiner Weise beeinflusst oder beeinträchtigt würden.

Im Rahmen der Studie, die auf der 17. Jahrestagung der Europäischen Neurologischen Gesellschaft (ENS) von 16. bis 20. Juni auf Rhodos vorgestellt wurde, wurden 13 gesunde Testpersonen jeweils zweimal untersucht: Einmal im Normalzustand und einmal unter Hypnose.
Während beider Sitzungen wurden so genannte funktionale Magnetresonanztomographien (fMRI) vorgenommen, die in der Lage sind, jene Gehirnregionen auszumachen, die jeweils gerade aktiv sind. Beobachtet wurde, wie der Schmerz auf der neuronalen Ebene registriert bzw. weitergeleitet wurde.

Die Probanden wurden an der linken Hand je 200 Laser-Reizen ausgesetzt, deren Intensität sich stetig steigerte. Sie wurden dabei gebeten, ihre Empfindungen auf einer fünfteiligen Skala von „keine Schmerzwahrnehmung“ bis „intensiver Schmerz“ zu bewerten.

Die Resultate der fMRI-Untersuchungen wurden mittels „statistical parametrical mapping“ (SPM) analysiert, einer speziellen Methode zur Datenauswertung von bildgebenden Verfahren, die es bei Gehirnscans ermöglicht, die neuronale Hintergrundaktivität herauszurechnen und jene Neuronenaktivitäten herauszufiltern, die ausschliesslich mit dem gerade untersuchten Bereich zusammenhängen “ in diesem Fall der neuronalen Antwort auf Schmerzreize.

„Während die Teilnehmer unter Hypnose standen, war die Wahrnehmung intensiven Schmerzes signifikant verändert“, erläutert Dr. Steven Laureys von der Koma Forschungsgruppe der Universität Liège. „Nach den Ergebnissen der Gehirnaktivitätsmessungen wurde die Wahrnehmung akuten Schmerzes um etwa ein Drittel reduziert. Am unteren Intensitätsende der Schmerzskala veränderte die Hypnose die Wahrnehmung der Reize jedoch kaum.“

Die Landkarte des Gehirn-Scans erlaubte es dem Forscherteam, jene Bereiche zu identifizieren, die durch den Hypnosezustand beeinflusst wurden. Demnach scheint es, dass der Schmerz im so genannten „primären somatosensorischen Cortex“, dem für den Tastsinn zuständigen Hauptbereich sensorischer Empfänglichkeit, auch im Hypnosezustand sehr wohl „ankommt“.

Andere an der Schmerzwahrnehmung beteiligte Gehirnareale jedoch “ zum Beispiel der gyrus cinguli anterior (die vordere Gürtelwindung), über den der sensorische Reiz eine angemessene physische und emotionale Reaktion auslöst, sowie Bereiche, die neue Erinnerungen verarbeiten oder die Verbindungsbahnen zwischen der emotionalen und der Sinneswahrnehmung “ erwiesen sich unter Hypnose als deutlich unempfindlicher für Reize als im Normalzustand.

Dr. Laureys: „Wir konnten auf der Ebene der neuronalen Mechanismen klar zeigen, dass Hypnose tatsächlich eine Verminderung der Schmerzwahrnehmung bewirkt.“

Quelle: www.alphagalileo.org/19 June 2007
http://www.alphagalileo.org/index.cfm?fuseaction=readrelease&releaseid=521427


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