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Ein deutsch-amerikanisches Forscherteam hat in Versuchen mit Mäusen die Folgen von Herzinfarkten erfolgreich behandelt. Die Wissenschaftler spritzten den Tieren nach einem künstlich ausgelösten Infarkt embryonale Herzzellen ein. Die Mäuse wurden dadurch vor den lebensgefährlichen Rhythmusstörungen geschützt, die häufig nach einem Infarkt auftreten. Verantwortlich dafür war ein Schlüsselprotein namens Connexin 43, zeigten weitere Tests. Für zukünftige Anwendungen könnten die Herzzellen daher nach Ansicht der Forscher durch andere, nicht embryonale Muskelzellen ersetzt werden, die so verändert sind, dass sie ebenfalls das Connexin 43 produzieren.
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Bei einem Herzinfarkt wird der Herzmuskel oft über mehrere Minuten nicht durchblutet. Als Folge dieser Mangeldurchblutung sterben einige Zellen des Muskels ab, was anschliessend zu Herzrhythmusstörungen oder Herzflimmern führen kann. Mediziner arbeiten daher seit langem an Verfahren, durch Zelltransplantationen die Reparatur des Muskelgewebes zu fördern und so diese Folgeschäden zu verhindern.

Den dazu bisher in klinischen Studien verwendeten Zellen aus dem Knochenmark oder aus Skelettmuskelfasern mangelt es jedoch an einer wichtigen Fähigkeit, die ein funktionierendes Herz braucht: die Kommunikation der Zellen untereinander über Einweisskanäle. Im Herz sorgt besoders ein Eiweiss namens Connexin 43 für die Weiterleitung der elektrischen Impulse zwischen den Zellen, fanden die Wissenschaftler heraus.

Werden nun Zellen transplantiert, die dieses Eiweiss produzieren – entweder von Natur aus oder künstlich herbeigeführt -, kann das Herz nach einem Infarkt wieder seine ursprüngliche Leistung erreichen, ergaben die Tests. So traten bei Mäusen mit connexin 43 nur in 37 Prozent der Fälle Herzrhythmusstörungen auf “ genauso häufig wie bei Tieren ohne vorhergehenden Infarkt. Ohne das Kopplungs-Eiweiss waren hingegen alle Mäuse von Herzrhythmusstörungen betroffen.

Die Implantation von körpereigenen Zellen könnte auch beim Menschen eine erfolgversprechende Therapieform bei Infarkten sein, hoffen die Wissenschaftler. Denn für eine erfolgreiche Transplantation sind nur wenige Zellen nötig. Dazu könnten Zellen aus dem Beinmuskel eines Infarktpatienten entnommen und mit dem Gen für connexin 43 aufgerüstet werden, erklärt Michael Kotlikoff von der Cornell-Universität in Ithaca, einer der beteiligten Forscher. Diese veränderten Zellen liessen sich dann in das geschädigte Herz implantieren. Da für das Verfahren keine embryonalen Zellen nötig sind, wäre der Eingriff ethisch unbedenklich. Bei der Übertragung der Ergebnisse auf den Menschen warnt Fleischmann allerdings vor allzu grossen Hoffnungen: „Unsere Ergebnisse gelten für das Mausherz. Ob das beim Menschen ebenfalls so klappt, bleibt abzuwarten.“

Bernd Fleischmann (Universität Bonn) et al.: Nature, Band 450, Seite 819



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