Gesundheit, Wellness, Medizin

In den Medien ist in den letzten Wochen viel über Zecken berichtet worden. Besteht das Interesse an den unliebsamen Mitbringseln aus Wald und Flur zu Recht? „Zweifellos“, sagt Dr. Jochen Süss, Leiter des Nationalen Referenzlabors für durch Zecken übertragene Krankheiten am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI). „Krankheiten durch Zecken nehmen in Deutschland und vielen europäischen Ländern zu“. In der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins ForschungsReport berichten er und seine Mitarbeiterin Dr. Christine Klaus über die Verbreitung und die Symptome von Lyme-Borreliose und FSME (Frühsommer- Meningoenzephalitis), über Vorbeuge- und Impfmöglichkeiten und über noch offene Fragen.

Warum zum Beispiel sind Zecken an manchen Stellen in Massen vorhanden, wenige Meter weiter jedoch nicht mehr? Wieso werden in Deutschland Zeckenarten heimisch, die zuvor nur aus Mittelmeerländern bekannt waren? Welche Rolle spielt das Klima? Immerhin wurden bei uns im letzten Winter zwischen November und Februar wirtssuchende, aktive Zecken gefunden. Keine guten Nachrichten, erkranken doch 60-70.000 Personen pro Jahr in Deutschland an Lyme-Borreliose. Auch die Infektionsrate mit dem FSME-Virus “ vorherrschend in Süddeutschland “ ist bei uns steigend. Dass dies nicht zwingend so sein muss, zeigt das Beispiel Österreich: Dort stagniert die Häufigkeit der FSME-Fälle seit einigen Jahren aufgrund des hohen Durchimpfungsgrades der Bevölkerung.

Trotz des Gefährdungspotenzials durch Zecken wollen Jochen Süss und Christine Klaus niemandem die Freude an Spaziergängen durch Wald und Wiese nehmen. In ihrem Beitrag geben sie praktische Tipps, wie man das Risiko von Infektionen durch Zeckenstiche verringern kann. So sollte man nach einem Aufenthalt an Zeckenstandorten Körper und Kleidung nach Zecken absuchen, denn die Parasiten krabbeln zum Teil ziemlich lange herum, bis sie eine „passende“ Hautstelle zum Einstechen gefunden haben. Auch nach dem Einstich kommt es erst einige Stunden später zur Übertragung von Borrelien, sodass es in jedem Fall sinnvoll ist, angesogene Zecken möglichst rasch zu entfernen. Das FSME-Virus wird dagegen sofort nach dem Einstich übertragen.

Der reich bebilderte Artikel „Zecken auf dem Vormarsch“ findet sich neben Beiträgen zu funktionellen Lebensmitteln und zum Einsatz von Nützlingen bei der Zierpflanzenproduktion in der neu erschienenen Ausgabe 1/2007 des ForschungsReports. Das 56-seitige Magazin kann kostenlos bezogen werden über die Geschäftsstelle des Senats der Bundesforschungsanstalten, Bundesallee 50, 38116 Braunschweig. E-mail: , Tel.: 0531 / 596-1016.


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