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Forscher finden bei Ratten einen vielversprechenden Ansatz, der zur „Pille“ für den Mann führen könnte

Amerikanische Forscher haben möglicherweise ein Verhütungsmittel für Männer gefunden: Es verhindert, dass die Spermien im Hoden reifen und macht sie so vorübergehend unfruchtbar. Erreicht wird dieser Effekt durch die Kombination eines Wirkstoffs namens Adjudin mit einem abgewandelten Hormon, das für die gezielte Auslieferung dieses Wirkstoffs zuständig ist. Auf diese Weise werden die Nebenwirkungen, die Adjudin in früheren Tests gezeigt hat, vollständig vermieden. Zumindest bei Ratten hat sich dieser Ansatz bereits als erfolgreich erwiesen, berichten die Forscher um Dolores Mruk vom Zentrum für biomedizinische Forschung in New York. Ob es auch beim Menschen erfolgreich sein wird, muss sich jedoch noch zeigen.

Während der Spermienbildung im Hoden docken die noch unreifen Keimzellen an die so genannten Sertoli-Zellen an. Von diesen werden sie mit allem versorgt, was sie für die Entwicklung zu reifen Spermien benötigen. Ist die Verbindung zu diesen Versorgungszellen gestört, findet die Reifung nicht statt und die Keimzellen bleiben funktionsuntüchtig. Schon in früheren Studien hatten die Wissenschaftler entdeckt, dass die Substanz Adjudin genau diese Verbindung kappt und männliche Ratten vorübergehend unfruchtbar macht. Allerdings waren bei diesen Tests auch starke Nebenwirkungen wie Leberentzündungen und Muskelschwäche aufgetreten, da das Adjudin nicht nur in den Hoden seine Wirkung entfaltete.

Mruk und ihr Team verwendeten für ihre neue Studie daher nun einen Trägerstoff, der das Adjudin gezielt in den Hoden bringt, so dass es andere Organe und Gewebe des Körpers nicht beeinträchtigen kann. Dazu koppelten sie das Adjudin an eine veränderte Form des so genannten follikelstimulierenden Hormons (FSH), das in der Hirnanhangsdrüse gebildet wird und im männlichen Körper ausschliesslich an die Sertoli-Zellen andocken kann. Wurde den Ratten diese Kombination verabreicht, waren sie nach vier Wochen unfruchtbar, ohne dass andere Gewebe oder Organe in Mitleidenschaft gezogen wurden, entdeckten die Forscher. Auch war dieser Effekt reversibel: Die Hälfte der Ratten war nach 12 Wochen wieder fruchtbar, und nach zwanzig Wochen waren die Hoden aller Ratten wieder voll funktionstüchtig.

Die Wissenschaftler hoffen nun, dass ihre Methode, Adjudin mittels FSH gezielt im Hoden auszuliefern, bald auch am Menschen getestet werden kann. Sollte es tatsächlich einmal als Verhütungsmittel für den Mann eingesetzt werden, müsste dies allerdings in einer Form erfolgen, die unabhängig vom Verdauungstrakt ist, schreiben die Forscher. Wird der Wirkstoff nämlich oral eingenommen, verdünnt er sich zu stark, und es kommt nicht genügend im Hoden an.

Dolores Mruk (Center for Biomedical Reasearch, New York) et al.: Nature Medicine,


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