Gesundheit, Wellness, Medizin

Wird unser Klima durch Strahlung aus dem All beeinflusst? Wissenschaftler des GSF – Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit gehen dieser Frage mit Hilfe einer neuen Messstation an der Umweltforschungsstation (UFS) Schneefernerhaus auf den Grund. Am 12. Oktober wurde die Messstation offiziell eröffnet, unter deren Spitzdach unter anderem ein so genanntes Vielkugelspektrometer kosmische Strahlung aus dem Weltall einfängt. Gemeinsam mit an der UFS vor allem vom Deutschen Wetterdienst und dem Umweltbundesamt im Rahmen des „Global Atmosphere Watch“-Programms routinemässig erhobenen Daten kann dann untersucht werden, ob es einen Zusammenhang zwischen kosmischer Strahlung und atmosphärischen Zustandsgrössen gibt. Das Projekt wird vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz gefördert.

Die Erde ist einem ständigen Bombardement von energiereichen Teilchen aus dem Weltall ausgesetzt. Das Magnetfeld der Sonne schirmt diese Teilchen teilweise ab, so dass ihre Intensität auf der Erde vom elfjährigen Sonnenflecken-Zyklus, der ein Mass für die Stärke des solaren Magnetfelds liefert, abhängt. Auch unsere Atmosphäre schützt gegen die kosmische Strahlung. Dabei entstehen allerdings auch neue Teilchen, die als Sekundärstrahlung bezeichnet werden. „Da sich die physikalischen und chemischen Eigenschaften der Erdatmosphäre in den letzten Jahren teilweise erheblich verändert haben – so ist der CO2-Gehalt seit Beginn der industriellen Revolution stark angestiegen – ist zu erwarten, dass sich auch die Wechselwirkungen der kosmischen Strahlung mit der Atmosphäre bereits verändert haben bzw. sich weiter verändern werden“, erklärt Dr. Werner Rühm vom GSF-Institut für Strahlenschutz. Denkbar ist zum Beispiel, dass Strahlungspartikel beim Aufprall auf Atmosphärengase Kondensationskeime erzeugen, die zu verstärkter Wolkenbildung führen.

Die UFS in 2.650 Metern Höhe ist ein idealer Standort für die neue Messstation, da die Dichte der Luft dort bereits deutlich geringer ist als im Tal. Dadurch schwächt die Atmosphäre die kosmische Strahlung weniger stark ab und es können genauere Messungen durchgeführt werden. Zudem werden an der UFS bereits umfangreiche luftphysikalische und -chemische Messungen durchgeführt. „Die gleichzeitige Erhebung von Atmosphärenparametern wie Lufttemperatur, Niederschlagsmenge, relativer Luftfeuchte, Sonnenscheindauer u.ä., aber auch von atmosphärischen Spurengasen, gibt uns die einzigartige Chance, diese Daten mit der von uns gemessenen kosmischen Strahlung zu korrelieren und so den Einfluss der Strahlung auf die Atmosphäre zu untersuchen“, betont Rühm.

Das Vielkugelspektrometer besteht aus 16 mit 3He-Gas gefüllten Detektoren, die von weissen Polyethylenkugeln verschiedener Durchmesser umgeben sind. Die Detektoren reagieren nur auf „langsame“ Neutronen mit niedriger Energie, deshalb werden energiereichere, d.h. schnellere Neutronen mit Hilfe der Polyethylenkugeln vor der Messung abgebremst. Die unterschiedlichen Durchmesser sorgen dafür, dass die einzelnen Kugeln auf Neutronen bestimmter Energiebereiche spezialisiert sind: Je grösser die Kugel ist, desto energiereichere Teilchen kann sie abbremsen. Die Kombination der Messergebnisse der verschiedenen Kugeln erlaubt die Rekonstruktion des Energiespektrums der einfallenden Neutronen über einen weiten Energiebereich von etwa 1 meV bis 10 GeV.

Das mit dem Vielkugelspektrometer gewonnene Neutronenspektrum wird allerdings auch durch die Materialien in der näheren Umgebung beeinflusst. Besonders der Wassergehalt spielt hierbei eine wichtige Rolle – also würde auch eine Schneeauflage auf dem Labordach die Messergebnisse verändern. Um dies zu vermeiden, wurde für die Messstation eine drei Meter hohe Spitzdachkonstruktion mit einem Dachneigungswinkel von 64 Grad gewählt, von der der Schnee einfach abrutschen kann. Informationsdienst Wissenschaft – idw – Pressemitteilung Klinikum rechts der Isar und Fakultät für Medizin der Technischen Universität München, Dr. Fabienne Hübener, 20.10.2005 12:12

Seed-Behandlung erweitert Therapieangebot für Prostatakrebspatienten

Seit Juni dieses Jahres führt ein Expertenteam aus Urologen und Strahlentherapeuten im Klinikum rechts der Isar (Technischen Universität München) die sogenannte Seedtherapie durch. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, mit dem Prostatakrebs von innen bestrahlt wird. Die Patienten erhalten dafür unter einer kurzen Narkose kleine radioaktive Metallstäbchen (Seeds) in die Prostata implantiert. Im Laufe von mehreren Monaten geben die Implantate ihre Strahlung an das in unmittelbarer Nähe liegende Gewebe ab und zerstören so den Tumor.

Geringe Risiken

Prostatakrebspatienten im Klinikum rechts der Isar steht mit dieser Bestrahlung „von innen“ neben der Operation und der Bestrahlung „von aussen“ eine weitere Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung. Grundsätzlich sind die Heilungschancen für einen rechtzeitig entdeckten Prostatakrebs im frühen Stadium mit allen drei Methoden gleich gut. Nach zehn Jahren unterscheidet sich die Sterblichkeit der therapierten Patienten nicht von einer vergleichbaren Altersgruppe, die nie an Prostatakrebs erkrankte. Auch sind alle drei Therapien mit geringen dauerhaften Nebenwirkungen verbunden, die den Darm oder die Harnröhre betreffen. Die Seedbehandlung kann die Lebensqualität aufgrund geringerer Nebenwirkungen verbessern. Ein weiterer Vorteil der Bestrahlung von innen: Die Patienten können entweder am Tag der Therapie oder nach einem kurzen stationären Aufenthalt die Klinik wieder verlassen.

Arzt und Patient entscheiden gemeinsam

Welche Methode die beste für den Patienten ist, entscheidet ein interdisziplinäres Team aus Urologen und Strahlentherapeuten gemeinsam mit dem Patienten. Dabei spielen nicht nur objektive Kriterien wie Tumorstadium, Alter und Begleiterkrankungen eine Rolle, sondern auch die Wünsche des Patienten. „Mancher Patient fühlt sich wohler, wenn er weiss, dass der Krebs in einer Operation herausgeschnitten wird. Ein anderer bevorzugt die Strahlentherapie. In jedem Fall können wir den Patienten alle Therapiemöglichkeiten unter einem Dach anbieten“, erläutert Prof. Dr. Rudolf Hartung, Direktor der Urologischen Klinik im Klinikum rechts der Isar.

Immer wichtiger wird auch die Kombination der verschiedenen Therapiemöglichkeiten. „Für eine individuell auf den Patienten abgestimmte Therapie ist es optimal, wenn Urologen und Strahlentherapeuten gemeinsam die Behandlung planen. Dieses entspricht auch dem interdisziplinären Charakter des Klinikums rechts der Isar“, betont Prof. Michael Molls, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie.

Grosse Erfahrung

Der Erfolg der Seedtherapie hängt unter anderem von der Erfahrung des Ärzteteams ab. Im Klinikum rechts der Isar werden die Patienten gemeinsam von einem Urologen und einem Strahlentherapeuten behandelt, die bereits Erfahrung mit über 400 Seed-Behandlungen haben: Privatdozent Dr. Thomas Block und Privatdozent Dr. Frank Zimmermann. Grossen Wert legen die beiden Mediziner auf eine intensive Qualitätskontrolle. Daher führten sie eine zusätzliche Kontrolltechnik ein, die nur wenige Kliniken in Deutschland anbieten. Mithilfe der technisch sehr aufwändigen „Realtime-Dosisüberprüfung“ ermittelt der Arzt während der Implantation der Seeds mittels Ultraschall und Röntgen die aktuelle Dosisverteilung. Dadurch ist es den Ärzten möglich, noch während der Behandlung Korrekturen vorzunehmen, um eine optimale Dosisverteilung zu erzielen. So können Darm und die Harnröhre so weit wie möglich geschont und die akuten und langfristigen Nebenwirkungen weiter verringert werden.

Gute Ergebnisse

Die Seed-Behandlung wird bereits seit über dreissig Jahren durchgeführt. Durch die langjährige Erfahrung und die Einbeziehung moderner Technik ist ihre Bedeutung stetig gewachsen. Im Mai 2005 stellte Dr. Thomas Block auf dem Jahreskongress der Deutschen Strahlentherapeuten die neuesten Behandlungsergebnisse der Arbeitsgruppe vor: Von rund 100 Patienten waren 94,4% der Patienten auch knapp vier Jahre nach der Seed-Behandlung noch tumorfrei. Kein Patient litt unter unwillkürlichem Harnabgang. Die Potenz blieb bei über 70% der Krebspatienten erhalten. „Ich gehe davon aus, dass wir die Ergebnisse halten oder verbessern können“, betont Privstdozent Dr. Thomas Block. „Zum einen, weil wir durch die Dosisüberprüfung die Wirksamkeit verbessern. Zum anderen, weil durch die genaue Verfolgung der Strahlenbelastung von Harnröhre und Enddarm die Nebenwirkungen deutlich geringer ausfallen.“

Das urologische und strahlentherapeutische Team bietet am Klinikum rechts der Isar eine gemeinsame interdisziplinäre Sprechstunde zur Behandlung des Prostatakarzinoms an: Jeden Mittwoch ab 14:00 Uhr in der Urologischen Klinik im Klinikum rechts der Isar, Ismaninger Str. 22, 81675 München (telefonische Vereinbarung unter: 089 4140 2590)

Weitere Infos finden Sie hier …


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