Gesundheit, Wellness, Medizin

„Wie steht es um mich, wie lange hab´ ich noch?“ So reagiert der Klischee-Patient mit Krebs in der Arztserie, aber kaum ein Betroffener im wahren Leben. Was Patienten dazu bewegt, nicht alles bis ins kleinste Detail erfahren zu wollen, haben britische Wissenschaftler untersucht. Die im British Medical Journal veröffentlichte Studie soll mithelfen, genauer zu verstehen, auf welche individuelle Weise Krebspatienten ihre Krankheit verarbeiten und ihnen die bestmögliche Dosis auch an Information zu eröffnen.

Geraldine Leydon vom Cancer and Public Health Unit der London School of Hygiene and Tropical Medicine und ihre Kollegen führten 17 tiefschürfende Interviews mit Krebspatienten durch, die zwischen 28 und 79 Jahre alt waren und an verschiedenen Krebsarten litten. Deutlich zeigten sich bei denen, die keine all zu genaue Information wünschten, drei übergreifende Einstellungen: Vertrauen darauf, dass der Arzt schon weiss, was er tut und rät. Als zweites und eindringlichstes erschien das Prinzip Hoffnung, welches essentiell ist, um weiter leben zu können. Aber Wissen kann auch bedrohlich erlebt werden oder gegensätzliche Informationen können Hoffung ins Wanken bringen.

Das kann geschehen durch Aufklärungsmaterial wie eine 28-Jährige berichtete, die an einem Lymphom erkrankt war: „Information ist schwierig anfänglich, weil ich gar nicht auf die relevanten Sachen achten konnte; deshalb ist es besser die exakte Diagnose schnellstmöglich gesagt zu bekommen. Ansonsten sind auch generelle Broschüren zu erschreckend und zu detailliert “ mein Freund schaut die für mich an.“ Doch auch Prominente, deren Krebsleiden durch die Medien gehen, kann für ebenfalls Betroffene manchmal zuviel sein, berichtete eine 64-Jährige an Blutkrebs Erkrankte: „Schwierig war, ich kaufte jeden Tag im Krankenhaus eine Zeitung, und jeden Tag Krebs “ immer jemand, der tapfer an Krebs verstorben ist. Ich war ärgerlich und hätte fast dahin geschrieben, weil es täglich war und ich dachte, Gut, aber was ist mit all denen, die tapfer leben? “

Und letztlich spielte auch die Sorge um andere mit, denen es noch schlechter geht und die ebenso die knappe Zeit des Arztes brauchen. Die Untersucher schliessen, dass die Verarbeitung von Krebs eine sehr komplexe und persönliche Sache ist, bei der behandelnde Ärzte neben dem Recht auf Aufklärung auch die Gründe verstehen müssten, weshalb für manche Patienten weniger mehr ist.

Zukünftig wollen Leydon und ihre Kollegen Geschlechtsunterschiede weiter beleuchten, die sie fanden: Frauen werteten die Erfahrungen von anderen Krebspatienten höher als medizinische Infos, während Männer davon kaum sprachen.

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