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Bei trockenen Alkoholikern erholt sich die geistige Leistungsfähigkeit besser, wenn sie nicht rauchen. Diesen Schluss ziehen amerikanische Forscher um Timothy Durazzo aus einer kleinen Studie mit 25 Alkoholikern, von denen 13 Nichtraucher und 12 Raucher waren. Die Nichtraucher erlangten die mentalen Fähigkeiten, die zuvor durch den Alkoholkonsum beeinträchtigt waren, während der beobachteten sechs- bis neunmonatigen Enthaltsamkeit zu einem höheren Mass wieder als die Raucher, zeigte die Studie. Da insgesamt der überwiegende Teil der Alkoholiker zusätzlich rauche, müsse dieser Effekt bei der Therapie mit berücksichtigt werden, schreiben die Wissenschaftler.

Die Mediziner konzentrierten sich in ihrer Untersuchung auf die Fähigkeit ihrer Probanden zum logischen und zum räumlichen Denken, ihr Vermögen, Problemlösungen zu finden sowie ihr Kurzzeitgedächtnis und ihr auditorisch-verbales Erinnerungsvermögen. Das Ergebnis: Lediglich das Verständnis und das Umgehen mit Sprache erholten sich bei den Rauchern ähnlich gut wie bei den Nichtrauchern. Alle anderen geistigen Fähigkeiten blieben beeinträchtigt “ am stärksten bei denjenigen Probanden, die am meisten rauchten.

Der negative Einfluss von Tabak auf die geistige Leistungsfähigkeit gehe wahrscheinlich nicht auf das Nikotin, sondern die vielfältigen Giftstoffe im Zigarettenrauch zurück, erklärt Studienleiter Durazzo. Er mache sich bei Alkoholikern schon relativ früh bemerkbar. Bislang sei allerdings unklar gewesen, ob dieser Effekt auch dann noch zu erkennen ist, wenn die Betroffenen mit dem Trinken aufhören oder ob sich das Gehirn genauso gut erholt wie ohne Zigarettenkonsum. Da in den USA schätzungsweise 50 bis 90 Prozent aller Alkoholiker rauchten, sei das Ergebnis sehr wichtig, um den Erfolg einer Therapie verbessern zu können. Es müsse jedoch in weiteren, grösseren Studien bestätigt werden.

Schon länger ist bekannt, dass sich die Wirkungen von Alkohol und Nikotin gegenseitig verstärken, weil beide in ähnlicher Weise das Belohnungszentrum im Gehirn aktivieren. Wie das genau vonstatten geht, ist bislang allerdings nicht klar. Wissenschaftler hoffen jedoch, die Rückkopplung bald genauer verstehen und auf dieser Basis bessere Ansätze zur Rauch- und Alkoholentwöhnung entwickeln zu können.

Timothy Durazzo (Universität von Kalifornien, San Francisco) et al.: Alcoholism: Clinical & Experimental Research, Bd. 31, S. 1114


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