Warnsignale für das Herz

Neuer Bluttest gibt Auskunft über das Risiko für Erkrankungen der Herzkranzgefässe

Mit einem neuen Bluttest kann das Risiko für Arteriosklerose und damit einhergehende Herzinfarkte einfach und schnell bestimmt werden. Gemessen wird dabei die Menge eines bestimmten Enzyms im Blut des Patienten, die Auskunft über dessen Fähigkeit gibt, Schäden an den Herzkranzgefässen zu reparieren. Je weniger von diesem Marker im Blut vorhanden ist, desto fortgeschrittener ist die Beschädigung der Gefässe, haben amerikanische Forscher bei einer Studie mit 229 Patienten nachgewiesen. Der neue Test könnte die gängigen Blutmarker für Arteriosklerose in Zukunft ergänzen oder sogar ersetzen, berichteten die Forscher auf dem Jahrestreffen amerikanischer Kardiologen.

Bei Arteriosklerose verändern und schädigen Ablagerungen aus Fettanteilen die innere Auskleidung der Arterien, die hauptsächlich aus so genannten Endothelzellen besteht. Treten solche Veränderungen lediglich vereinzelt auf, kann der Körper die Schäden problemlos reparieren. Dazu verwendet er Vorläuferzellen namens EPCs (endothelial progenitor cells) aus dem Knochenmark, die über den Blutkreislauf an die entsprechende Stelle transportiert werden. Je weiter die Krankheit jedoch fortschreitet, desto weniger dieser Reparaturzellen befinden sich noch im Blut, hatten bereits frühere Studien gezeigt. Aus diesem Grund galt die Menge an EPCs im Blut schon länger als vielversprechender Marker für das Stadium einer Arteriosklerose und dem damit einhergehenden Risiko für Herzprobleme.

Diese Menge zu bestimmen, ist allerdings sehr aufwändig. Häufig befindet sich unter 10.000 Blutzellen lediglich eine einzige EPC. Im Labor müssen daher erst alle störenden Zellen entfernt, die potenziellen EPCs kultiviert und anschliessend von Hand gezählt werden. Thomas Povsic von der Duke-Universität in Durham und seine Kollegen haben nun jedoch eine einfachere Methode gefunden: Sie bestimmen die Anzahl an EPCs nicht direkt, sondern messen die Menge eines charakteristischen Enzyms, das in grossen Mengen von diesen Reparaturzellen produziert wird. Erste Tests an Patienten, die einen Herzkatheter benötigten, zeigten bereits einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Menge dieses Enzyms und dem Stadium der Erkrankung, berichteten die Forscher.

Bislang wird das Arteriosklerose-Risiko hauptsächlich anhand der Risikofaktoren, der Blutfettwerte und aufwändiger Verfahren wie einer Herzsonde bestimmt. Sollte sich der neue Bluttest auch in grösseren Studien bewähren, könnte er eine einfachere und zuverlässigere Risikoabschätzung ermöglichen, so die Wissenschaftler.

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