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Schon wieder den Namen der neuen Freundin des Enkels vergessen? Wissenschaftler der amerikanischen Howard Hughes-Klinik in St. Louis sind überzeugt, dass Menschen über 70 oder sogar über 80 ihr Gedächtnis noch erfolgreich trainieren können. Aber die Leistungen eines Menschen unter 30 werden sie selbst durch intensives Üben und gute Merktechniken wohl nicht mehr erreichen. Über ihre entsprechende Studie berichten die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Neuron“.

Bei Gedächtnisaufgaben optimiert das Gehirn seine Leistung, indem es möglichst punktgenau zur Aufgabe passende Hirnareale aktiviert. Gleichzeitig reduziert es die Aktivität in Arealen, die sich mit anderen Aufgaben beschäftigen. Muss sich ein Mensch etwa Begriffe einprägen, erregt das bei den meisten Menschen vor allem Bereiche im linken vorderen Gehirn “ dort wo Sprache verarbeitet und Faktenwissen im Gedächtnis abgelegt wird.

Der Hirnforscher Randy Bruckner fand nun, dass das Gehirn von Senioren oft falsche Strategien verfolgt. So kommt es vor, dass die am ehesten zur Aufgabe passenden Hirnareale nicht ausreichend aktiviert werden. Etwa bleibt beim Merken von Begriffen das linke Frontalhirn bisweilen unangemessen inaktiv. Ausserdem können bei Senioren Hirnareale aktiv werden, die nur wenig zu der gestellten Aufgabe passen. So ist bei Wortaufgaben oftmals auch das rechten Frontalhirn eifrig bei der Sache. Diese Hirnregion speichert aber vor allem persönliche Erlebnisse und ist normalerweise nicht an der Sprachverarbeitung beteiligt.

Bruckner und seine Kollegen haben die Hirnaktivität von über sechzig Versuchspersonen mit einem Tomographen verfolgt, während sich die Probanden Begriffe merken sollten. Eine Gruppe der Testpersonen war über 70 oder gar über 80. Sie waren gesund und litten nicht unter Altersdemenz. Die anderen Probanden waren zwischen 20 und 30 Jahre alt.

Bei den jüngeren Versuchspersonen wurde erwartungsgemäss vor allem das linke Frontalhirn aktiv. Bei den Senioren beobachteten die Forscher jedoch teilweise eine Unteraktivität dieser Hirnregionen oder auffällige Aktivitäten im rechten Frontalhirn.

Die Unteraktivität der linken Hirnhälfte konnten die Probanden zusammen mit den Forschern teilweise rückgängig machen: So sollten die Senioren etwa überlegen, ob die dargebotenen Begriffe etwas konkretes wie ein Haus oder Tier bezeichnen oder etwas Abstraktes. Diese Strategie aktivierte die linke Hirnhälfte zusätzlich und konnte die Gedächtnisleistungen der Probanden verbessern. Trotzdem blieben die zusätzlichen Aktivitäten in der rechten Hirnhälfte bestehen.

Über die Ursachen dieser Veränderungen können die Forscher derzeit nur spekulieren. Schon frühere Untersuchungen hätten gezeigt, dass bei Senioren das Frontalhirn an Effektivität einbüsst. Das Frontalhirn gilt gemeinhin als der Sitz höherer kognitiver Fähigkeiten, etwa dem Sprachverständnis, dem Gedächtnis und der Planung von Handlungen. Denkbar ist, dass mit dem Alter ein Teil der Nervenzellen im frontalen Gehirn abstirbt oder ihre Aufgaben nicht mehr optimal erfüllen.

Unabhängig davon hätten ihre Untersuchungen jedoch gezeigt, dass Training und passende Denkstrategien den Verlust zumindest teilweise rückgängig machen können. Als nächstes wollen die Forscher daher die Effektivität verschiedener Merktechniken untersuchen.

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