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Studie: Stockender Verkehr ist Risikofaktor für Infarkte

Im Stau zu stehen ist nicht nur ärgerlich, es kann auch das Herzinfarktrisiko deutlich erhöhen: Menschen, die im Verkehr aufgehalten werden, haben dreimal häufiger einen Herzinfarkt als solche, die nicht im Stau stecken bleiben. Das haben deutsche Wissenschaftler in einer Studie mit 691 Herzinfarktpatienten aus dem Grossraum Augsburg herausgefunden. Annette Peters und ihre Kollegen vom GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit in Neuherberg berichten über ihre Ergebnisse im Fachmagazin New England Journal of Medicine (Bd. 352, Ausg. 17, S. 1721).

Peters und ihre Kollegen fragten die Herzpatienten danach, welchen Tätigkeiten sie in den vier Tagen vor ihrem Infarkt nachgegangen waren. Dabei entdeckten die Forscher, dass besonders häufig Herzinfarkte auftraten, wenn die Patienten unmittelbar zuvor in einem Stau festgehangen hatten. Das erhöhte Herzinfarktrisiko hing nicht von der Art des Verkehrsmittels ab, ergab die weitere Auswertung: Autofahrer waren genauso betroffen wie Fahrrad- und Motorradfahrer oder Menschen, die öffentliche Verkehrsmittel benutzt hatten. Männer über sechzig Jahren und Frauen im allgemeinen seien besonders gefährdet, so die Wissenschaftler.

Noch nicht geklärt ist, ob die höhere Rate von Herzinfarkten bei stockendem Verkehr mit Stress oder mit der verkehrsbedingten Luftverschmutzung in Zusammenhang steht. Da jedoch auch Benutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln gefährdet sind, ist Stress beim Führen eines Fahrzeugs wahrscheinlich nicht der einzige ausschlaggebende Faktor, so Peters. Auch frühere Studien unterstützen die Vermutung der Wissenschaftler, dass Luftverschmutzung zu Herzinfarkten beitragen kann.
ddp/bdw “ Eva Hörschgen

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