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Durch in der Landwirtschaft eingesetzte Antibiotika können auch für den Menschen gefährliche Keime entstehen

Antibiotika in der Tierhaltung haben möglicherweise einen grösseren Einfluss auf die Entwicklung resistenter Keime als ihr Einsatz in Krankenhäusern. Zu diesem Schluss kommen amerikanische Wissenschaftler in einer mathematischen Auswertung der Risikofaktoren, die zur Entstehung dieser so genannten Superbugs führen. Demnach können durch die Anwendung der Wirkstoffe in der Landwirtschaft neue Arten antibiotikaresistenter Bakterien entstehen, die auch für den Menschen eine potenzielle Gefahr darstellen.

Wissenschaftler hatten in früheren Studien bereits in der Luft, im Wasser und im Boden rund um Bauernhöfe sowohl Antibiotika als auch gegen diese resistente Bakterien beobachtet. Unter anderem durch den Verzehr von kontaminiertem Fleisch und Geflügel kommt der Mensch in Kontakt mit diesen Erregern. Ob und wie es dabei tatsächlich auch zu Infektionen kommt, sei aufgrund der extrem komplexen Wechselwirkungen und Verteilungsmöglichkeiten jedoch nicht einfach abzuschätzen, erklärt Smith.

Als Anhaltspunkt diente den Wissenschaftlern bei ihrer Analyse ein Vergleich zwischen der EU und den USA. Während das Antibiotikum Avoparcin in Europa seit den 70er Jahren in der Tierhaltung eingesetzt wurde, blieb es in den USA verboten. Entsprechend entwickelten sich auch die Resistenzen von Bakterien gegen das beim Menschen verwendete Antibiotikum Vancomycin, einer Avoparcin sehr ähnlichen Substanz: In der europäischen Bevölkerung traten die Resistenzen gegen Vancomycin um ein vielfaches häufiger auf als in den USA. Als Avoparcin in der Landwirtschaft in Europa ab Mitte der 90er Jahre verboten wurde, ging auch die Zahl der Fälle resistenter Bakterien beim Menschen zurück “ für die Forscher ein klarer Hinweis darauf, dass der Einsatz des Antibiotikums in der Landwirtschaft für die Resistenzen beim Menschen verantwortlich ist.

Potenzielle Infektionen mit resistenten Erregern können auf zwei verschiedenen Wegen entstehen, schreiben die Forscher. Beim direkten oder vertikalen Transfer infiziert sich der Betroffene durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel. Gefährlicher ist jedoch der so genannte horizontale Transfer, bei dem für den Menschen eigentlich harmlose Bakterien ihre Resistenzgene an körpereigene oder humanpathogene Erreger weitergeben. In ihren neuen Ergebnissen sehen die Wissenschaftler daher ein deutliches Argument gegen Antibiotika in der Tierhaltung. Nach langen Verhandlungen tritt ein solches generelles Verbot in den EU-Ländern Ende des Jahres 2005 in Kraft.

David Smith (Fogarty International Center in Bethesda) et al.: PLOS Medicine (Online-Vorabveröffentlichung, doi: 10.1371/journal.pmed.0020232).

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