Gesundheit, Wellness, Medizin

Sex ist die Triebfeder des menschlichen Handelns, behauptete Sigmund Freud. Der amerikanische Psychologe Steven Reiss will dagegen in seinem neuen Buch „Who am I“ (Wer bin ich?) zeigen, dass es keine ausschliessliche Handlungsmotivation – sei es nun Sex oder Macht oder Überlebenswillen – gebe. Vielmehr bestimmten sechszehn verschiedene Grundbedürfnisse unser Leben. Davon sind jedem Menschen andere wichtig.

Steven Reiss, Professor für Psychologie und Psychiatrie an der Ohio State University, hat mit seiner Kollegin Susan Haverkamp eine Liste von 300 Aussagen zusammengestellt, die sich auf spezifische Bedürfnisse beziehen. Von insgesamt 6000 Personen wollten die Psychologen wissen, was ihnen die Aussagen wie „Ich mag gern neue Fertigkeiten lernen“, „Ich muss Schmerz vermeiden“ oder auch „Ich würde lieber mein Leben verlieren als meine Ehre“ bedeuten.

Insgesamt sechszehn Grundbedürfnisse machten die Forscher aus: Macht, Unabhängigkeit, Neugier, Akzeptanz, Ordnung, Ehre, Idealismus, soziale Kontakte, Familie, Status, Rache, Liebe, Essen, körperlicher Bewegungsdrang, Ruhe und Sparen. „Diese Bedürfnisse bestimmen unsere Alltagshandlungen und machen aus uns das, was wir sind“, sagt Reiss. „Was Individuen so einzigartig macht, ist eine Kombination aus diesen Bedürfnissen und die jeweilige Relevanz dieser Bedürfnisse für den Einzelnen.“

Mindestens vierzehn der sechzehn Bedürfnisse seien genetisch bedingt, meint der Forscher. „Viele dieser Bedürfnisse beobachtete man schon bei Tieren. Sie scheinen daher eine Bedeutung für das Überleben zu haben“, erklärt Reiss. Allein Idealismus und das Bedürfnis, akzeptiert zu werden, hätten keine genetische Komponente.

Aus seinen Resultaten schliesst Reiss nicht nur, dass wir alle noch viel unterschiedlicher sind, als Psychologen bisher glaubten – die möglichen Kombinationen der sechzehn Bedürfnisse ergeben über zwei Billionen Profile. Sondern dass „anders sein“ neu bewertet werden müsse. Auf Probleme wie „Ist ein Kind nicht von natürlicher Neugier beseelt?“, antwortet Reiss jetzt kurz: „Macht nichts.“ Dem Kind bedeutet Neugier einfach nicht soviel wie den anderen. Auch ein Workaholic muss nicht unbedingt als ein vor der inneren Leere Flüchtender sein. „Vielleicht“, so Reiss, „ist ihm das Bedürfnis Status sehr viel wert.“ Reiss ist überzeugt, dass es keinen Königsweg zur persönlichen Zufriedenheit gibt. Sondern sechzehn Wege zum Glück.

Bibliografischer Hinweis: Reiss, Steven: Who am I? The 16 Basic Desires that Motivate Our Action and Define our Personalities. Erscheint Anfang August 2000 bei J P Tarcher; ISBN: 158542045X.

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