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Ein Kunststoff aus Medizin und Kosmetik, in wässriger Lösung kurz aufgetragen, kann geschädigte Rückenmarksnerven wieder herstellen helfen “ diesen verblüffenden Erfolg beobachteten US-Wissenschaftler an lebenden Meerschweinchen mit ernsthaften Wirbelsäulenverletzungen.

Das Polymer namens Polyäthylenglykol (PEG) muss dafür innerhalb von acht Stunden nach der Verletzung aufgetragen werden und funktioniert offenbar, indem es die Membranen beschädigter Nervenzellen „verschmilzt“, so die Forscher der Purdue University. Eines Tages könne dieser Effekt auch Menschen mit Rückgratverletzungen helfen, drohende Lähmungen zu umgehen oder zu minimieren.

„Es ist die Unterbrechung der Membran, die zum Tod der Nervenzelle führt. Wenn sie abgetrennt wird oder stirbt, kommt es zur Lähmung“, so Richard B. Borgens von Purdues Center for Paralysis Research in der Abteilung Veterinärmedizin. Allerdings seien die Rückenmarksnerven bei den meisten Wirbelsäulenverletzungen von Mensch und Tier nicht komplett durchtrennt, sondern eher gequetscht. „Diese Quetschung oder Kompression des Rückenmarks veranlasst die Nervenfasern, Löcher in ihren Membranen zu bilden“, erklärt Borgens. „Dies führt letztendlich zum Zelltod und der Abspaltung der Nervenfaser innerhalb von 24 bis 72 Stunden. Wenn die Neuronen keine Impulse weiterleiten, kommt es zur Lähmung.“

Borgens‘ Team untersuchte die Wirkung eines Polymer-Auftrags auf die Oberfläche gequetschter Rückenmarksfasern bei Meerschweinchen. PEG, eine häufig in der Medizin und Kosmetik verwendete oberflächenaktive Substanz, wurde als wässrige Schicht aufgetragen und nach zwei Minuten wieder entfernt. Von den 25 Tieren, die innerhalb von acht Stunden nach der Verletzung so behandelt wurden, erlangten alle innerhalb von 15 Minuten nach dem PEG-Auftrag einen Teil der Nervenfunktion zurück. Zwar waren dies nur 20 bis 50 Prozent der ursprünglichen Fähigkeiten, doch sei das ein beträchtlicher Erfolg im Vergleich zur kompletten Signalunterbrechung, so Borgens. Noch rund einen Monat nach der Behandlung verbesserte sich die Nervensignalübertragung noch stetig. Bei den 22 Tieren der Vergleichsgruppe hingegen, die keine PEG-Behandlung bekamen, war kein einziges Rückgrat mehr zum Weiterleiten der Nervenimpulse in der Lage, so Borgens.

Die Ergebnisse erschienen im Fachblatt der Federation of American Societies for Experimental Biology (FASEB). Vor einem Jahr hatte das Team von ersten „Reparatur-Erfolgen“ an isolierten Rückenmarksnerven berichtet. Die aktuelle Studie gilt als erster Erfolg bei der raschen Wiederherstellung von Nervenfunktionen bei lebenden Versuchstieren. Ende diesen Jahres wollen die Forscher zu klinischen Versuchen übergehen, wobei sie gelähmte Hunde mit Rückenmarksverletzungen natürlicher Ursache behandeln wollen. Versuche am Menschen dürften noch mehrere Jahre auf sich warten lassen. Da offenbar aber keine negativen Nebenwirkungen auftreten, könnte sich die PEG-Behandlung zur ergänzenden Standardmassnahme bei ersten Operationen nach dem Unfall etablieren.

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