Gesundheit, Wellness, Medizin

Forscher entdecken neues Antibiotikum in Pilzen, das auch gegen resistente Bakterien wirkt

Wissenschaftler haben ein neues Antibiotikum entdeckt, das selbst gegen resistente Bakterienstämme wirksam ist. Das Antibiotikum mit dem Namen Plectasin stammt von einem Pilz, der in den Kiefernwäldern Nordeuropas zuhause ist. Es könnte bei der Bekämpfung gängiger Krankheiten wie Scharlach, Gehirnhautentzündung und Blutvergiftung eingesetzt werden, hoffen die Forscher. Besonders aber in der Behandlung von lebensbedrohlichen Lungenentzündungen, die Patienten sich in Krankenhäusern und Altenheimen zuziehen, soll das neue Antibiotikum einen Durchbruch bringen.

Die Erreger der Lungenentzündung in vielen Krankenhäusern haben sich an die Behandlung mit gängigen Antibiotika angepasst und eine Resistenz aufgebaut. Oft verläuft deshalb die Behandlung von Infektionen mit solchen so genannten „Superkeimen“ erfolglos, doch das Antibiotikum Plectasin soll Abhilfe schaffen: Im Test an Mäusen fanden die Forscher heraus, dass Plectasin auch solche Erreger der Lungenentzündung ausschaltete, gegen die übliche Antibiotika inzwischen machtlos sind. Wie es denn eigentlich wirkt, können die Wissenschaftler allerdings noch nicht sicher sagen “ sie vermuten, dass es sich um einen bisher unbekannten Mechanismus handeln könnte.

Die meisten Antibiotika, die heutzutage in der Medizin eingesetzt werden, stammen von Pilzen und Bodenbakterien. Sie werden von den Organismen zur Verteidigung gegen Infektionen und konkurrierende Mikroben hergestellt. Im Grunde handelt es sich dabei um gezielt wirkende Gifte, die Bakterien und Pilze abtöten. Eine Untergruppe der Antibiotika bilden die Defensine, zu denen das Plectasin gehört. Defensine sind auch auf der menschlichen Haut und in weissen Blutkörperchen zu finden, doch die Wissenschaftler um Per Mygind haben sie nun erstmals in einem Pilz nachgewiesen. Auch ist das Plectasin sehr viel stärker als die menschlichen Defensine. Von ihrer Arbeit erhoffen sich die Forscher in Zukunft weitere Erfolge, denn 200.000 weitere Pilzarten warten darauf, auf neue Antibiotika geprüft zu werden.

Ähnliche Antibiotika wie das Plectasin haben Forscher auch in Skorpionen, Spinnen und Muscheln gefunden. Möglicherweise gibt es ein gemeinsames Ur-Gen für die Produktion von Defensinen, schliessen sie daraus. Das Defensin könnte demnach schon vor mehr als einer Milliarde Jahren in Lebewesen aufgetaucht sein.

Die Antibiotikaforschung begann, als Alexander Fleming im Jahre 1929 durch Zufall das Penizillin entdeckte: Er stellte fest, dass Brotschimmel in einer Petrischale Bakterienkolonien vernichtete. Auch bei der Entdeckung von Plectasin war der Zufall im Spiel “ die Forscher hatten den Pilz Pseudoplectania nigrella, bei dem sie das Plectasin fanden, auf gut Glück nach Defensinen untersucht.

Per Mygind (Novozymes A/S, Bagsvaerd) et al.: Nature, Bd. 437, S. 975

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Die Erreger der Lungenentzündung in vielen Krankenhäusern haben sich an die Behandlung mit gängigen Antibiotika angepasst und eine Resistenz aufgebaut. Oft verläuft deshalb die Behandlung von Infektionen mit solchen so genannten „Superkeimen“ erfolglos, doch das Antibiotikum Plectasin soll Abhilfe schaffen: Im Test an Mäusen fanden die Forscher heraus, dass Plectasin auch solche Erreger der Lungenentzündung ausschaltete, gegen die übliche Antibiotika inzwischen machtlos sind. Wie es denn eigentlich wirkt, können die Wissenschaftler allerdings noch nicht sicher sagen “ sie vermuten, dass es sich um einen bisher unbekannten Mechanismus handeln könnte.

Die meisten Antibiotika, die heutzutage in der Medizin eingesetzt werden, stammen von Pilzen und Bodenbakterien. Sie werden von den Organismen zur Verteidigung gegen Infektionen und konkurrierende Mikroben hergestellt. Im Grunde handelt es sich dabei um gezielt wirkende Gifte, die Bakterien und Pilze abtöten. Eine Untergruppe der Antibiotika bilden die Defensine, zu denen das Plectasin gehört. Defensine sind auch auf der menschlichen Haut und in weissen Blutkörperchen zu finden, doch die Wissenschaftler um Per Mygind haben sie nun erstmals in einem Pilz nachgewiesen. Auch ist das Plectasin sehr viel stärker als die menschlichen Defensine. Von ihrer Arbeit erhoffen sich die Forscher in Zukunft weitere Erfolge, denn 200.000 weitere Pilzarten warten darauf, auf neue Antibiotika geprüft zu werden.

Ähnliche Antibiotika wie das Plectasin haben Forscher auch in Skorpionen, Spinnen und Muscheln gefunden. Möglicherweise gibt es ein gemeinsames Ur-Gen für die Produktion von Defensinen, schliessen sie daraus. Das Defensin könnte demnach schon vor mehr als einer Milliarde Jahren in Lebewesen aufgetaucht sein.

Die Antibiotikaforschung begann, als Alexander Fleming im Jahre 1929 durch Zufall das Penizillin entdeckte: Er stellte fest, dass Brotschimmel in einer Petrischale Bakterienkolonien vernichtete. Auch bei der Entdeckung von Plectasin war der Zufall im Spiel “ die Forscher hatten den Pilz Pseudoplectania nigrella, bei dem sie das Plectasin fanden, auf gut Glück nach Defensinen untersucht.

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