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Wenn Frauen empfindlich auf Stress reagieren und dies auf ihre Hormone schieben, ist das möglicherweise keine Ausrede: Nach Ergebnissen amerikanischer Forscher verstärkt das weibliche Geschlechtshormon Östrogen die Stressreaktionen des Gehirns. Damit könne erklärt werden, warum Frauen anfälliger für stressbedingte psychische Störungen wie Depressionen sind, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Molecular Psychiatry (Märzausgabe).

Bei Frauen treten Depressionen oder auch die so genannten posttraumatischen Belastungsstörungen etwa doppelt so häufig auf wie bei Männern. Interessanterweise bildet sich dieser Unterschied jedoch erst nach der Pubertät heraus und verschwindet nach den Wechseljahren. Aufgrund dieser Hinweise untersuchten Becca Shansky und ihre Kollegen von der Yale-Universität in New Haven an Ratten, ob das Geschlechtshormon Östrogen die Stressverarbeitung beeinflusst.

Die Forscher setzten die Nagetiere verschieden starkem Stress aus und untersuchten dann deren Leistungsfähigkeit in kurzen Gedächtnistests. Ohne Stress bewältigten männliche und weibliche Ratten die Aufgaben etwa gleich gut. Starker Stress wirkte ebenfalls bei beiden Geschlechtern gleich und liess alle Nager wesentlich schlechter abschneiden. Dagegen zeigten sich deutliche Unterschiede in der Reaktion auf mässig starken Stress: Während sich die Männchen völlig unbeeindruckt zeigten, war die Leistungsfähigkeit einiger Weibchen stark eingeschränkt. Die Wissenschaftler entdeckten, dass sich genau diese Weibchen gerade in einer Zyklusphase mit einem hohen Östrogenspiegel im Blut befanden.

Weitere Versuche bestätigten den Östrogeneinfluss auf die Stressreaktionen: Weibchen, bei denen die Eierstöcke entfernt worden waren und die somit kein Östrogen mehr im Blut hatten, reagierten genau wie die Männchen nicht auf moderaten Stress. Pflanzten die Forscher diesen Weibchen jedoch kleine Kapseln ein, die nach und nach Östrogen ins Blut freisetzten, wurden die Tiere wieder genauso stressanfällig wie vor der Eierstockentfernung. Wie genau das Hormon die Reaktion auf Stress beeinflusst, können die Wissenschaftler noch nicht sagen. Sie hoffen jedoch, dass ihre Ergebnisse ihnen helfen können, eine bessere Therapie gegen stressbedingte psychische Störungen zu entwickeln.

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