Gesundheit, Wellness, Medizin

Es ist eine wahre Volkskrankheit: Allein in Deutschland leiden Millionen Menschen am sogenannten essentiellen Bluthochdruck – der am weitesten verbreiteten Form der „Hypertonie“. Die Ursachen der Erkrankung liegen im Dunkeln. Manche Mediziner vermuten, dass die Beschaffenheit der Nieren mit dem Bluthochdruck zu tun haben könnte. Und tatsächlich: Dr. Gunhild Keller und ihre Kollegen von den Universitäten Erlangen-Nürnberg und Heidelberg haben starke Indizien für diese unheilvolle Beziehung und einen konkreten Risikofaktor für den Bluthochdruck nachgewiesen: zu wenig Nierenkörperchen (Nephrone). Die Leistungen der Nachwuchsforscherin würdigt die Nürnberger Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung jetzt mit einem Graduierten-Stipendium.

In jeder Sekunde durchströmt ein Viertel unseres Blutes die Nieren, „wo die Nierenkörperchen den Harn herausfiltern“, sagt die Preisträgerin. Dass Nieren und erhöhter Blutdruck zusammen hängen, zeigte sich zunächst in Tierversuchen. Als Nager mit normalem Blutdruck die Niere eines Tieres mit erhöhtem Blutdruck transplantiert bekamen, entwickelten sie plötzlich eine Hypertonie. Dann überraschten Befunde von menschlichen Nierentransplantationen. Starben die Spender an einer Hirnblutung – was stark auf einen erhöhten Blutdruck hindeutet-, dann hatten die Empfänger des Organs ein Hypertonie- Problem. Wer die Niere eines Spenders mit normalem Blutdruck erhielt, zeigte keine Blutdruck-Veränderungen. „Äusserlich sehen all diese Nieren unauffällig aus“, sagt Gunhild Keller.

Aufschluss sollte eine detaillierte Analyse liefern. Die junge Ärztin und ihre Chefin Prof. Dr. Kerstin Amann vom Pathologischen Institut der Universität Erlangen untersuchten zunächst die Nieren von zehn Unfallopfern, die zu Lebzeiten nachweislich an primärem Bluthochdruck und typischen Schäden der Nierengefässe litten. Als Vergleich dienten die Nieren von zehn Verstorbenen ohne Hypertonie. Eindeutiges Resultat, so Gunhild Keller: „In den Nieren der Hypertoniker fanden wir durchschnittlich 700.000 Nierenkörperchen, bei den Gesunden doppelt so viele.“ Zudem hatten die „Hochdruck-Nieren“ nicht nur weniger, sondern auch grössere Nierenkörperchen (Nephrone). „Indem sie sich ausdehnen, versuchen die restlichen verbliebenen Nierenfilter den Mangel zu kompensieren“, erklärt die Stiftungs-Preisträgerin.

Die Crux scheint jetzt klar und wurde auch in einer weiteren Studie bestätigt: Weniger Nierenkörperchen bedeuten höherer Blutdruck – was sich meist schon vor der Geburt entscheidet. Denn die Nephronen eines Menschen werden in der Embryonalentwicklung angelegt. Ob aber allein die genetische Mitgift der Eltern oder Umweltfaktoren den eklatanten Mangel bedingen, bleibt einstweilen unklar. Möglicherweise beeinflusst auch die Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft die Zahl der Nierenkörperchen. Dafür sprechen zumindest Indizien aus Tierversuchen. Somit, sagt Gunhild Keller, „ist auch wahrscheinlich, dass Kinder mit einem verminderten Geburtsgewicht und einer kleineren Niere weniger Nephronen haben.“ Neue Studien sollen nun klären, ob und wie man durch Vorbeugung das Dilemma verhindern oder zumindest mildern kann.

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