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Nach Schlaganfall können Lernprozesse in der gesunden Hirnhälfte den entstandenen Schaden kompensieren
Zerstört ein Schlaganfall das Sprachzentrum in der linken Hirnhälfte, bleibt das Gehirn nicht hilflos. Binnen eines Jahres kann sich ein neues Sprachzentrum in der rechten Hirnhälfte bilden, belegen Untersuchungen am Universitätskrankenhaus Washington.

Bisher gingen viele Forscher von einer geringeren sprachlichen Begabung der rechten Hirnhälfte aus, da sich das Sprachzentrum bei den meisten Menschen auf der linken Seite befindet. Die neuen Untersuchungen, über die Forscher im Fachblatt Neuron (Bd. 36, S. 1) berichten, bescheinigen der rechten Hemisphäre von Schlaganfallopfern jedoch eine Lernfähigkeit, die dem linken Gehirn eines gesunden Menschen gleich kommt.

Patienten, denen in den vorhergegangenen sechs Monaten ein Schlaganfall das Sprachzentrum zerstört hatte, bekamen von Forschern einen Wortanfang aus drei Buchstaben präsentiert. Die Probanden sollten die Buchstaben zu einem ganzen Wort ergänzen. Es gab verschiedene Versuchsdurchgänge, bei denen die gleichen drei Buchstaben wiederholt eingeblendet wurden. Dieselbe Aufgabe erhielten zu Vergleichszwecken auch gesunde Probanden.

Die Schlaganfallpatienten hatten erwartungsgemäss grössere Schwierigkeiten, die Buchstaben zu ergänzen. Beim siebten Versuchsdurchgang waren sie jedoch pro Wort fast eine halbe Sekunde schneller. Die Gesunden erreichten beim siebten Durchgang ebenfalls nur eine Verbesserung um eine halbe Sekunde.

Bei einem bereits bekannten Wortanfang benötigen die Patienten bei den späteren Durchgängen zudem nur noch ein Fünftel der ursprünglichen Zeit – auch dies ein Wert, der von den Gesunden nicht übertroffen wurde.

In weiteren Versuchen beobachteten die Forscher die Hirnaktivität der Teilnehmer mit einem Tomographen. Auf die Weise konnten die Wissenschaftler bestätigten, dass bei den Gesunden die linke Hirnhälfte und bei den Schlaganfallopfern die rechte Hirnhälfte während der Wortaufgaben aktiv war. Bei beiden Gruppen liess die Hirnaktivität mit der Anzahl der Versuche zudem nach: Das Gehirn hatte während der verschiedenen Durchgänge gelernt und brauchte daher immer weniger Energie, um die Worte zu vervollständigen. Auch darin konnten die Forscher keinen Unterschied zwischen den Gesunden und den Patienten erkennen.

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