Motoröl entzündet die Gelenke

Arthritis tritt bevorzugt bei Menschen auf, die viel mit Mineralöl in Kontakt kommen

Häufiger Hautkontakt mit Mineralöl erhöht das Risiko, an rheumatoider Arthritis zu erkranken. Damit sind Berufsgruppen, die mit Motor-, Hydraulik- und Schmieröl hantieren, besonders gefährdet. Das haben Forscher um Berit Sverdrup vom Karolinska-Institut in Stockholm herausgefunden. Wer häufig Kontakt mit Mineralöl hat, erhöht sein Risiko für eine chronische Gelenkentzündung um 30 Prozent.

Für ihre Studie wählten die Forscher 1.419 Patienten aus, bei denen eine rheumatoide Arthritis in den Jahren 1996 bis 2003 zum ersten Mal aufgetreten war. Den Betroffenen wurde eine zufällig ausgewählte Kontrollgruppe von 1.674 beschwerdefreien Probanden gegenüber gestellt. Beide Gruppen beantworteten Fragen nach Lebensgewohnheiten und beruflichen Kontakten mit Mineralölen.

Aus den Vergleichsdaten bestimmten die Mediziner ein um 30 Prozent höheres Risiko für rheumatoide Arthritis bei Männern mit beruflich bedingt häufigem Kontakt mit Mineralöl. Dazu hatten sie aus ihren Daten das Probandenalter und auch das Rauchen als Risikofaktor herausgerechnet. Blutuntersuchungen ergaben zudem, dass insbesondere das Risiko für eine Unterart der Arthritis ansteigt: Die betroffenen Probanden wiesen im Blut insbesondere den Rheumafaktor RF plus auf, der auf eine besonders schwere Arthritis hinweist.

Die rheumatoide Arthritis ist die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung und macht sich durch Schmerzen in den Gelenken der Finger oder Zehen bemerkbar. Auch wenn Wissenschaftler genetische Faktoren und Umwelteinflüsse als Risikofaktoren ins Feld führen, ist über die Ursache der Gelenkentzündung wenig bekannt. Aus Tierversuchen an Ratten wissen die Forscher, dass Mineralöle zu Arthritis führen können. Nun wollen die Forscher herausfinden, ob andere Chemikalien oder Stoffe ähnliche Wirkungen zeigen.

Berit Sverdrup (Karolinska-Institut, Stockholm) et al.: Arthritis Research & Therapy, Band 7, S. R1296

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