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Mit Tofu Zähne und Knochen reparieren

Sojabohne liefert Material zur Wundheilung

Brighton (pte, 02. Dez 2004 10:31) – Mithilfe eines Materials, das aus entfettetem Tofu hergestellt wird, wollen Wissenschaftler der Brighton University Knochen- und Zahndefekte heilen. Bisher wurden solche Materialien meist aus Tierprodukten hergestellt. Die Folge waren häufig Immunreaktionen und auch Abstossungen. Mit dem neuen Material aus Soja sollten die Probleme nicht auftauchen, zeigen sich die Forscher überzeugt. Das berichtet BBC-Online http://news.bbc.co.uk.
Matteo Santin von der Brighton University hat gemeinsam mit Experten von der University of Naples und der Biotechnologie-Plattform WessexBio http://www.wessexbio.com den neuen „Werkstoff“ Tofu untersucht. „Die Innovation an dem System liegt darin, dass damit das eigene Knochenwachstum angeregt werden soll und nicht ein artifizielles Substitut verwendet wird, gegen das sich der Körper wehren könnte“, so Santin. Aber nicht nur für Knochen, auch in der Zahnmedizin könnte Tofu Verwendung finden: Das Material eignet sich nämlich gerade deshalb, weil es sich mit dem Kieferknochen gut verbindet. Bisher gab es immer wieder Probleme mit Implantaten, weil es häufig zu Abstossungsreaktionen oder schlechter Verwachsung mit dem Kieferknochen gekommen war.
„Das Material passt für jeden, der einen Zahn verloren hat. Damit werden Implantate für viel mehr Patienten möglich“, so Santin, der eine Paste oder ein Gel aus dem Tofu herstellen will. Jonathan Wilkinson von WessexBio erklärt, dass einige der Abstände im Kieferknochen zu gross wären als dass sie vom Körper selbst ausgefüllt werden können. „Das Material arbeitet wie ein Baugerüst. Während das Material sich dann auflöst wächst der Knochen weiter“, erklärt Wilkinson. Dass die Anwendungsgebiete des Tofu-Materials vielfältig sind, davon gehen die Forscher jedenfalls aus. Auch in der Orthopädie, besonders aber in der Gesichtschirurgie kann dieser Werkstoff verwendet werden. „Ein drittes Anwendungsgebiet wäre auch die Wundheilung. Nach den ersten Untersuchungen gibt es jedenfalls Beweise, dass es auch hier gut verwendet werden kann“, erklärt der Forscher. Bisher wurde das Material aber erst im Labor getestet. Mit der finanziellen Unterstützung des National Endowment for Science, Technology and the Arts (NESTA) sollen nun auch klinische Tests durchgeführt werden.

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