Lungenkrebs: Bei Männern aggressiver

Lebenserwartung bei Frauen mit der Krebserkrankung höher

Bei Lungenkrebs haben Frauen eine höhere Überlebensrate als Männer. Sie sprechen besser auf Therapien an und selbst ohne Behandlung liegt ihre Lebenserwartung höher. Das haben amerikanische Mediziner in einer Studie herausgefunden. Die Mechanismen der Krankheit funktionierten bei Frauen und Männern wohl unterschiedlich, interpretierten Juan Wisnivesky und seine Kollegen bei einem Kongress von Lungenfachärzten in Montreal ihre Ergebnisse.

Die Wissenschaftler hatten in ihrer Studie die Daten von knapp 19.000 Patienten mit Lungenkrebs ausgewertet. Die Patienten waren entweder operiert worden, hatten eine Chemo- oder Strahlentherapie erhalten oder waren unbehandelt geblieben. In allen drei Gruppen hatten Frauen eine höhere Überlebensrate als Männer: Beispielsweise waren bei den behandelten Patienten nach 5 Jahren noch rund 54 Prozent der Frauen am Leben, während es bei den Männern nur 40 Prozent waren. Ohne Behandlung lag die Sterberate bei Frauen um 21 Prozent niedriger als bei Männern.

In ihre Auswertung hatten die Wissenschaftler nicht nur die Lebenserwartung der Patienten einbezogen, sondern auch für den Verlauf der Krankheit massgeblichen Faktoren wie das Alter, den Lebensstil, die Qualität der ärztlichen Versorgung, den Zeitpunkt der Diagnose, die Art der Therapie und andere Erkrankungen. Die Ergebnisse legten nahe, dass Lungenkrebs bei Männern aggressiver ist als bei Frauen, erklärt Wisnivesky. Die biologische Basis der Krankheit sei bei beiden Geschlechtern wohl unterschiedlich. Ärzte sollten daher ihre Therapien an die unterschiedlichen Erfordernisse anpassen.

Trotz der höheren Überlebenschancen von Frauen: In vielen Industrieländern sind in den vergangenen zwanzig Jahren immer mehr Frauen an Lungenkrebs erkrankt. Dadurch hat sich auch die Gesamtzahl der Todesfälle drastisch erhöht. So stieg zwischen 1980 und 2000 die Zahl der Todesfälle pro 100.000 Frauen in den EU-Ländern um mehr als vierzig Prozent. Wissenschaftler machen vor allem das Rauchen für den Anstieg verantwortlich.

Juan Wisnivesky (Mount Sinai School of Medicine, New York): Beitrag auf dem Kongress CHEST 2005 in Montreal.

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