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Jede zehnte Fischvergiftung wird durch ein besonderes Toxin und nicht durch ein verdorbenes Produkt verursacht. Anders als bei den Schlangengiften gibt es für diese Toxine aber keine Gegengifte. Es können daher nur die Symptome behandelt werden. Meistens sind das neurologische Beschwerden, Lähmungen, Atemnot sowie ein plötzlicher Blutdruckabfall. Ursache dafür ist meistens eine verminderte Reizleitung in den Nervenbahnen. Andreas Schaper und seine Kollegen vom Giftinformationszentrum Nord an der Universität Göttingen haben sich jetzt im „Deutschen Ärzteblatt eingehender mit den bei Fischen vorkommenden Giften beschäftigt (Bd. 99A, S. 1151).

Wichtigster Giftstoff ist das CiguateraToxin. Es wird von Algen gebildet, die sich in den Eingeweiden tropischer Speisefische aufhalten. Werden die Fische nicht genügend ausgeweidet, gelangt das Ciguatera-Toxin in die Nahrungskette. Ein deutlicher Hinweis auf eine Vergiftung mit Ciguatera-Toxin ist ein gestörtes Temperaturempfinden. Kaltes erscheint heiss, Heisses kalt. Tvpisch sind auch Missempfindungen auf der Haut, wie Kribbeln und Ameisenlaufen auf dem Rumpf, den Armen und den Beinen. Erhalten die Opfer in den ersten vierundzwanzig Stunden nach der Vergiftung Zuckeralkohol Mannitol, lassen sich die Symptome schnell eindämmen. Vermutlich fördert die harntreibende Wirkung des Mannitols die Ausscheidung des Toxins. Da viele Menschen das Ciguatera-Toxin während des Urlaubs in der Karibik aufnehmen, kommt diese Massnahme bei der Rückkehr nach Deutschland meistens schon zu spät.

Das Scombro-Toxin entsteht bei einer unsachgemässen Lagerung von Makrelen, Thunfischen, Heringen und Sardellen. Im Körper des Menschen wirkt es wie der Botenstoff Histamin und löst eine allergische Erkrankung aus. Wichtigstes Symptom ist deshalb der Juckreiz. Zur Behandlung werden die gleichen Wirkstoffe herangezogen, die man auch zur Linderung einer Allergie verwendet.

Der gefährlichste Giftstoff ist das Tetrodotoxin. Man findet ihn in grossen Mengen in der Leber und den Ovarien des Kugelfischs. Die Muskulatur des Kugelfisches kann dagegen ohne Bedenken verzehrt werden. In Japan heisst dieses Gericht Fugu und ist eine Delikatesse. Wird der Fisch allerdings unsachgemäss zubereitet und gelangen grössere Mengen des Tetrodotoxins aus den inneren Organen in die Muskulatur, wirkt das Gift tödlich. Es ist so stark, dass eine Lähmung der Atmung rasch zum Tode führt.

Im Giftzentrum Nord sind, wie Schaper berichtet, in den letzten fünf Jahren rund 450 Fischvergiftungen registriert worden. 39 Erkrankungen gingen auf einen Giftstoff zurück. Nur wenige Erkrankungen nahmen einen schweren Verlauf. Den meisten Patienten konnte mit einfachen Massnahmen geholfen werden. Bei Vergiftungen mit dem Ciguatera-Toxin hielten die neurologischen Beschwerden allerdings oft noch über Wochen an. Ein Patient starb an den Folgen der Fischvergiftung.
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