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Duft als mögliches Untersuchungskriterium für zukünftige biometrische Erfassung

Wie sehr sich der Achselschweiss von verschiedenen Menschen tatsächlich unterscheidet, haben Forscher um Dustin Penn vom „Konrad Lorenz Institut für Vergleichende Verhaltensforschung“ (KLIVV) http://www.klivv.oeaw.ac.at festgestellt. Demnach unterscheidet sich nicht nur die Zusammensetzung der chemischen Bestandteile individuell voneinander, sondern sie liessen sich auch geschlechterspezifisch gruppieren. Der Forscher hatte in einem Kärntner Dorf die grösste Schweissstudie an knapp 200 Probanden durchgeführt, berichtet das Wissenschaftsmagazin Journal of the Royal Society Interface http://www.pubs.royalsoc.ac.uk .

„Den 89 Männern und 108 Frauen wurden fünf Mal in einem Zeitraum von zehn Wochen Achsenhöhlenschweiss, Urin und Speichelproben entnommen“, so Penn im pressetext-Interview. Mit den Methoden der Chromatographie und dem Massenspektrometer analysierten die Wissenschaftler die chemischen Bestandteile. Bei der Untersuchung wurde deutlich, dass 14 bestimmte individuelle Geruchskomponenten den beiden Geschlechtern zugeordnet werden konnten. Männer hätten demnach mehr von einer gewissen Geruchskomponente, Frauen von einer anderen. Das Team konnte auch feststellen, dass im Achselschweiss wesentlich mehr flüchtige organische Chemikalien vorhanden waren, als etwa im Urin oder im Speichel.

Der individuelle Geruch von Menschen ändert sich mehrmals, allerdings fanden die Wissenschaftler 373 Verbindungen, die bei den einzelnen Probanden während des gesamten Zeitraums vorhanden waren. Die Forscher haben festgestellt, dass auch nahe Verwandte über völlig verschiedene Duft-Bouquets verfügen. „Es ist bisher noch nicht eindeutig geklärt, ob jeder Mensch einen eigenen Duftabdruck besitzt, der ähnlich dem eines Fingerabdrucks ist“, meint Penn gegenüber pressetext. Schliesslich sei ja nicht einmal eindeutig geklärt, ob der Fingerabdruck so einzigartig sei.

Duft sei jedenfalls für die biometrische Erfassung ein potenzieller Kandidat, so der Wissenschaftler. „Allerdings müssen wir erst herausfinden, ob der Duft sich dazu ebenso eignet wie andere derzeit verwendete Merkmale.“ Der Wissenschaftler könne sich aber vorstellen, dass die Kombination verschiedener Signale, etwa Duft und Gesicht, möglicherweise ein sehr starkes individuelles Bild ergeben würde. Was der Forscher nun weiter untersuchen will, ist die Frage, ob und wie die Genetik oder die Mikroflora den individuellen Geruch beeinflussen.



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