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Ein Implantat in der Wirbelsäule könnte manch einem Querschnittsgelähmten wieder zum Laufen verhelfen. Eine neue Methode, schwache Nervensignale zu verstärken, erwies sich in Versuchen mit Katzen als erfolgreich – in den kommenden zwei Jahren sollen klinische Versuche den Erfolg auch bei menschlichen „Versuchstieren“ bestätigen.

Etwa vier von fünf Menschen mit verletzter Wirbelsäule sind noch in der Lage, Muskeln in ihren Beinen geringfügig bewegen zu können. In solchen Fällen sind die Nervenstränge zum Unterkörper nicht völlig abgetrennt, sondern einzelne Nerven erlauben noch eine schwache Signalübermittlung. Hier setzen die kanadischen Wissenschaftler an: Sie wollen mit einem implantierten „Signalverstärker“ die Befehle vom Hirn ans Bein vor dem „Versickern“ retten und dem Patienten zumindest eine teilweise Mobilität zurückgeben.

Grundbewegungen wie das Laufen sind nicht komplett vom Hirn kontrolliert, von dort kommt nur der Impuls: Dieser wird dann durch sogenannte Rückkopplungsschleifen zwischen den motorischen Nerven in der unteren Wirbelsäule und den sensorischen Nerven in den Muskeln reflexartig verstärkt und in Gang gehalten.

Falls also die Nerven unterhalb der Rückgratverletzung intakt sind und ein ausreichend starkes Signal bekommen, sollte das Laufen wieder möglich sein. Arthus Prochazka und Vivian Mushahwar von der University of Alberta in Edmonton entwickelten Implantate, die direkt an einem Wirbelkörper angebracht werden. Von hier aus laufen sogenannte Mikro-Drähte aus Platin und Iridium in die Nervenstränge des Rückgrats, wo sie die Signale von den Nerven verstärken.

An acht gesunden Katzen testete man die Vorrichtung, wobei die Tiere offenbar keinen Schmerz empfanden. Die Hälfte der Tiere war unter Narkose gesetzt, die anderen wach und aktiv. Über die Mikrodrähte schickten die Forscher einen kleinen elektrischen Strom an verschiedene Teile der Wirbelsäule, zwischen 25 und 40mal pro Sekunde. In allen Fällen reagierten die Tiere mit einer Bewegung der Hinterbeine, die wachen Katzen brachte man sogar dazu, ihr volles Gewicht auf die Hinterbeine zu stellen.

Elektrische Muskelstimulierungen sind zuvor auch anderen Forschergruppen gelungen, doch im Gegensatz dazu funktionierte Prochazkas und Mushahwars Ansatz immer noch, als sie die Amplitude der Signale auf nur 50 Mikroampère herunterdrehten: Dies ist zu niedrig, um die Muskelbewegung direkt auszulösen. Stattdessen verstärken sie die natürlichen Impulse, die noch durch die Nervenbahn gelangen.

Zwar warnen die Wissenschaftler vor übersteigerten Hoffnungen, doch sind Versuchsreihen in Zusammenarbeit mit der Alberta Paraplegic Foundation und der Alberta Heritage Foundation for Medical Research bereits in Planung. Zunächst möchte man Querschnittsgelähmten dazu verhelfen, aufzustehen und ihre Beine zu bewegen. „Laufen mit Hilfe eines Gestells könnte in weiteren Jahren möglich werden“, sagt Prochazka vorsichtig vorher.

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