Gesundheit, Wellness, Medizin

Eine gesunde Hornhaut (das Fachwort lautet Cornea), die durchsichtige
äussere Hülle Ihre Auges, ist grösstenteils dafür verantwortlich, dass
Sie scharf und klar sehen können. Jeder Zustand, der die
Durchsichtigkeit der Cornea mindert oder verzerrt, kann Ihr
Sehvermögen schädigen – manchmal sogar schwerwiegend. Eine
Therapieoption der Augenärzte ist die Transplantation einer
Spender-Cornea. In Deutschland wurden im Jahr 2002 genau 4.735
Cornea-Transplantationen durchgeführt (Statistik der Vereinigung der
ophthalmologischen Lehrstuhlinhaber), die meisten davon bei älteren
Erwachsenen. Mit einem Transplantat können viele der gängigen
Hornhautschädigungen meist erfolgreich behandelt werden.

Eine getrübte Hornhaut wird ersetzt

Die Hornhaut des menschlichen Auges besteht aus 3 Schichten.
Augenverletzungen, erbliche Veranlagung, Infektionen – sogar
Komplikationen bei einer Grauen-Star-Operation – können dazu führen,
dass eine oder mehrere dieser Schichten geschädigt werden. Bei älteren
Erwachsenen werden Hornhautprobleme im Allgemeinen durch Krankheiten
oder Verletzungen verursacht. Dies führt dazu, dass sich die innerste
Schicht der Cornea, das Endothelium, zurückbildet oder zerstört wird.
Die Zellen dieser Schicht arbeiten als Wasserpumpen und regulieren den
Wassergehalt der mittleren Hornhautschicht, des Stromas. Wenn die
Zellen des Endotheliums unterversorgt sind, können sie das
überschüssige Wasser nicht mehr aus dem Stroma pumpen. Dadurch
schwillt die innerste Schicht der Cornea an und trübt sich ein. Diese
Schwellung (Ödem) kann darin resultieren, dass die Hornhaut ihre
Durchsichtigkeit verliert. Die Betroffenen können dann nur noch
verschwommen sehen.

Das Hornhauttransplantat wird einem verstorbenen Spender entnommen. Es
wird mittels eines speziellen Instrumentes, das einem runden
Ausstechförmchen beim Plätzchenbacken ähnelt, aus der Cornea
entnommen. Bei der gängigsten Cornea-Transplantation – mit einem
Transplantat, das alle Schichten der Hornhaut enthält (auch
penetrierende Keratoplastik genannt) – werden alle 3 Hornhautschichten
kreisförmig aus der Mitte des erkrankten Auges entfernt. Dann wird das
Transplantat an genau dieser Stelle eingenäht. Für eine
Totaltransplantation aller Schichten verwenden die Augenärzte
normalerweise nur eine örtliche Betäubung. Als Patient können Sie
wahrscheinlich schon am selben Tag die Klinik wieder verlassen. Falls
Sie für beide Augen ein Transplantat brauchen, wird Ihr Augenarzt
normalerweise mehrere Monate bis zu einem Jahr zwischen den beiden
Eingriffen verstreichen lassen.

Sehr geringes Risiko von Reaktionen des Immunsystems

Die gesunde Cornea wird nur sehr gering oder gar nicht durchblutet und
dadurch auch nicht durch das Blut mit Nährstoffen versorgt. Daher
dauert die Wundheilung verständlicherweise länger. Diese Isolierung
vom Blutkreislauf allerdings auch Vorteile: Das Risiko, dass das
Immunsystem auf das Hornhaut-Transplantat reagiert, ist im Vergleich
zu anderen Organtransplantationen sehr gering. Dennoch wird Ihnen Ihr
Augenarzt nach der Operation wahrscheinlich steroidhaltige
Augentropfen verordnen, die eine Immunreaktion verhindern helfen. Bei
den folgenden Anzeichen, die auf eine Immunreaktion hindeuten, sollten
Sie sehr wachsam sein:

* Schmerzen im Auge

* Änderungen im Sehvermögen

* zunehmende Rötung des Auges

* Lichtempfindlichkeit

Bei einer Immunreaktion ist eine schnelle Behandlung von
entscheidender Bedeutung. Denn ohne Therapie kann das Immunsystem die
Zellen des Endotheliums, der innersten Schicht der Cornea, zerstören.
Das kann zu Schwellungen führen und das Transplantat schädigen, sodass
es eventuell ausgetauscht werden muss. Ihr Augenarzt könnte eine
Immunreaktion dadurch bekämpfen, dass er Ihnen verordnet, die
steroidhaltigen Augentropfen häufiger anzuwenden. Meist kann bei
frühzeitiger Anwendung schon allein diese Massnahme die
Abstossungsreaktion stoppen. In den Wochen und Monaten nach der
Operation wird Ihr Augenspezialist Ihnen wahrscheinlich empfehlen,
einen Augenschutz beim Schlafen zu tragen. Tagsüber müssen Sie dann
möglicherweise eine Brille zum Schutz tragen. Unabhängig davon, wie
gut Ihre Cornea verheilt, brauchen Sie für ein optimales Sehvermögen
höchstwahrscheinlich eine Brille.

Diese Behandlungsmöglichkeiten kommen beim teilweisen Ersatz der
Hornhaut infrage

Bei einigen Hornhautproblemen ist der vollständige Ersatz der 3
Hornhautschichten nicht die beste Behandlungsmöglichkeit. Eine
teilweise Transplantation der Hornhaut kann unter folgenden Umständen
erfolgen:

* Tiefe lamelläre Keratoplastik – Wenn die Rückbildung der Zellen
der untersten Hornhautschicht, des Endotheliums, eine Schwellung der
Cornea verursacht, können die Augenärzte diese Operationstechnik
anwenden, um nur diese innerste Schicht auszutauschen. Die
restlichen Schichten bleiben unangetastet. Bei dieser Technik wird
seitlich im Augapfel ein kleiner Schnitt gesetzt, der es erlaubt,
das Endothelium zu entfernen, ohne die äusseren Hornhautschichten zu
durchstechen. Die innerste Hornhautschicht wird entnommen und durch
ein Transplantat ersetzt. Obwohl diese Technik noch in der
Erprobungsphase ist, hat sie doch nachweisbare Vorteile gegenüber
der totalen Keratoplastik. Dazu zählen zum Beispiel ein angenehmerer
Genesungsprozess, ein geringeres Risiko für Astigmatismus (Zerr-
oder Stabsichtigkeit) und die bessere Vorhersagbarkeit der Stärke
der Brillengläser, die der Patient nach dem Eingriff benötigt.

* Oberflächliche lamelläre Keratoplastik – Wenn die Hornhaut nur in
den beiden äusseren Schichten geschädigt ist, kann diese Methode von
den Augenärzten angewandt werden, um sie durch ein
Spendertransplantat zu ersetzen. Diese Operationstechnik wird jedoch
nur selten angewendet, da sie nur in wenigen Fällen angebracht ist.

Quelle: Mayo Clinic Gesundheits-Brief

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