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MS-Patientinnen haben ungewöhnliche Werte bei den Geschlechtshormonen

Die Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron könnten den Verlauf der Autoimmunkrankheit Multiple Sklerose beeinflussen: Italienische Forscher fanden beim Vergleich der Hormonspiegel von 60 MS-Patienten mit denen von 36 gesunden Probanden deutliche Abweichungen bei den Mengen der beiden Sexualhormone. Damit könnte ein Ungleichgewicht in der Hormonregulation eine der Ursachen für den unterschiedlichen Verlauf der Krankheit bei Männern und Frauen sein, schliessen die Wissenschaftler. Das berichten Carlo Pozzilli von der Universita La Sapienza in Rom und seine Kollegen in der Fachzeitschrift Journal of Neurology, Neurosurgery and Psychiatry (Bd. 76, S. 272).

Immer mehr Hinweise deuten darauf hin, dass der klinische Verlauf von MS bei Männern anders ist als bei Frauen. Frauen erkranken häufiger an MS und in ihrem Gehirn sind mehr akute Entzündungsherde zu finden. Andererseits sind langfristig die Symptome bei Männern häufig stärker ausgeprägt, und die Krankheit schreitet schneller voran. Um zu testen, ob dieser Unterschied mit den Geschlechtshormonen zusammenhängt, bestimmten die Forscher bei ihren Probanden die Mengen der Hormone FSH, LH, Östradiol, Testosteron und DHEA im Blut. Zusätzlich untersuchten sie die Gehirne der 35 weiblichen und 25 männlichen MS-Patienten mithilfe der Magnetresonanztomographie, um Grösse und Verteilung der typischen Nervenschäden zu identifizieren.

Im Vergleich mit gesunden Frauen war bei den MS-Patientinnen die Menge des Hormons Testosteron im Blut deutlich erniedrigt, entdeckten die Forscher. Bei den Frauen mit den niedrigsten Testosteronwerten waren die entzündlichen Nervenschäden im Gehirn am stärksten ausgeprägt. Doch auch bei den Patientinnen mit ungewöhnlich hohen Testosteronspiegeln fanden die Forscher mehr Hirnveränderungen als bei den Probandinnen mit eher durchschnittlichen Hormonwerten. Bei den männlichen Probanden lagen die Hormonspiegel insgesamt im Normalbereich, berichten die Wissenschaftler. Doch auch hier gab es einen Zusammenhang zwischen Geschlechtshormonen und Gehirnveränderungen: Die Männer mit den höchsten Östrogenwerten hatten auch die am weitesten fortgeschrittenen Nervenschäden.

Die Ergebnisse deuten nach Ansicht der Wissenschaftler darauf hin, dass abnormale Geschlechtshormonspiegel mit der Ausprägung der Krankheit zusammen hängen. Ob jedoch die ungewöhnlichen Hormonspiegel die Nervenschäden im Gehirn verursachen oder ob sie vielmehr eine Folge der Hirnveränderungen sind, können die Forscher noch nicht sagen.

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