Gesundheit, Wellness, Medizin

Anfang 1998 verkündete der italienische Arzt Luigi Di Bella, er habe in den letzten 20 Jahren 10000 Krebspatienten behandelt – mit nahezu 100 prozentigem Erfolg. Zwei Studien in der neuesten Ausgabe der Fachzeitschrift Cancer belegen nun, dass Di Bellas Multitherapie (MDB), ein Chemikalien-Cocktail aus zehn verschiedenen Hormonen und Vitaminen, keine Wirkung zeigt.

Gerade mal halb so lange lebten mit MDB behandelte Krebs-Patienten nach Ausbruch der Krankheit weiter – verglichen mit ’normal‘-behandelten Patienten. Dies zeigt die erste Studie. Die Forscher untersuchten die Krankheitsgeschichten von 314 Krebsleidenden aus Di Bellas Karteien und solchen, die eine gängige Behandlung erfuhren hatten. Von den 314 ‚Di Bella‘-Patienten vermerkten die Daten nach fünf Jahren 30 Prozent überlebende, nach 10 Jahren waren es sogar nur noch 18 Prozent. „MDB Patienten haben unabhängig von der Art ihres Krebsleidens kurz- und langfristig schlechtere Überlebenschancen“, folgert die Epidemologin Eva Buiatti von der Azienda USL Firenze. Sie räumt aber ein, dass sich wahrscheinlich eher Patienten in fortgeschrittenem Krankheitsstadium für die MDB-Behandlung entschlossen hätten. Dies könnte die äusserst schlechten Resultate teilweise erklären.

Die zweite Studie kommt zum gleichen Ergebnis. In 26 Krebszentren wurden 386 Patienten mit MDB behandelt. Die Resultate dieser klinischen Studie werden in der Fachzeitschrift Cancer analysiert. Nur gerade 3 Patienten, also weniger als 1 Prozent, erfuhren eine leichte Besserung. Vollständig von seinem Krebsleiden befreit wurde niemand. „Die Resultate sind ganz klar unvereinbar mit Di Bellas Anspruch, MDB könne alle Arten von Krebs heilen“, meint der Forscher Giuseppe Traversa vom Istituto Superiore di Sanita (Rom).

Grosses Aufsehen erregte Di Bella mit seiner Mitteilung vor knapp zwei Jahren. Damals forderten einige seiner Patienten, das italienische Gesundheitssystem müsse eine MDB-Behandlung bezahlen. Darauf waren in Dutzenden von Medienberichten Di Bellas überrissene Versprechungen und Lobreden seiner Patienten auf das Wundermittel zu hören. Schliesslich zeigten sich in Umfragen 91-100 Prozent der Italiener von MDB überzeugt.

Auch die Kliniken spürten den Medienwirbel: Bis zu 10 Prozent der Krebspatienten entschieden sich fr Di Bellas-Therapie. Dies bewog die italienische Regierung, die beiden oben beschrieben Studien in Auftrag zu geben. Sie wird nun wohl weiterhin von einer Finanzierung der monatlich 15000 Mark kostenden MDB-Therapie absehen.

Kommentatoren der Di Bella-Geschichte fordern in der Fachzeitschrift Cancer, auch im Hinblick einer allgemein wachsenden Nachfrage nach Alternativ- und Komplementärmedizin, man müsse alternative Heilmethoden vermehrt wissenschaftlich untersuchen. Auch sei es dringend nötig, der Gesellschaft den Sinn und Zweck klinischer Studien auseinanderzusetzen. Nur so hätten Kranke die Möglichkeit zu entscheiden, mit welcher Methode sie ihrem Leiden entgegentreten wollen.

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