Gesundheit, Wellness, Medizin

Natürliche körperliche Vorgänge oder kosmetische Probleme werden in der Medizin zunehmend als Krankheiten betrachtet. Um eine Diskussion über das Thema in Gang zu bringen, forderte das British Medical Journal (Volume 324, Number 7342, Ausgabe vom 13. April 2002) kürzlich Ärzte auf, die Top-Ten der „Nicht-Krankheiten“ zu definieren. Die Hitparade führt Älterwerden an, von dem 44 Prozent der Mediziner glauben, es sei keine Krankheit, gefolgt von Problemen am Arbeitsplatz (35 Prozent) und Langeweile (32 Prozent).

„Unter ‚Nicht-Krankheit‘ verstehen wir einen Vorgang oder ein Problem, dass von manchen als Erkrankung angesehen wird, obwohl es für die Betroffenen vielleicht hilfreicher wäre, es nicht zu tun“, erklärt Richard Smith, Herausgeber des BMJ. So könne es Menschen zwar erhebliche Vorteile bringen, wenn ihr Problem von der Medizin als Erkrankung eingestuft wird. Betroffene dürfen mit Mitleid und finanziellen Zuwendungen rechnen und werden von unliebsamen Pflichten, wie der Arbeit, befreit. Es seien aber auch gravierende Nachteile möglich. Versicherungsgesellschaften verweigern möglicherweise den Abschluss eines Vertrags, Banken geben keine Kredite und die Chancen am Arbeitsmarkt sinken. Manche Erkrankungen trügen ein Stigma, das noch mehr Probleme schaffen kann als das Leiden selbst, so Smith. Ein körperliches oder psychisches Problem als Krankheit zu definieren, könne dazu führen, dass sich Betroffene zeitlebens als beeinträchtigt ansehen und keine Kraft finden, über ihre Schwierigkeiten hinaus zu wachsen.

Wie die Umfrage zeigte, sind die Grenzen zwischen Krankheit und „Nicht-Krankheit“ fliessend. So stellen Tränensäcke, Glatzenbildung, Sommersprossen, grosse Ohren, Jetlag, Cellulitis und Schwangerschaft für die Mehrheit der Mediziner keine Erkrankungen dar. Für jeweils zwei Prozent sind aber auch Depressionen, Diabetes und Osteoporose (Knochenschwund) „Nicht-Krankheiten“.

Die Liste der eingereichten „Nicht-Krankheiten“ summierte sich auf nahezu 200 körperliche oder psychische Probleme, darunter auch schwer zu diagnostizierende Leiden wie das Chronische Erschöpfungssyndrom (Chronic Fatigue Syndrome, CFS) und Fibromyalgie, bei der Betroffene unter Schmerzen an verschiedenen Körperstellen leiden.

Vertreter von britischen Patientengruppen kritisieren die BMJ-Umfrage folglich auch als nicht hilfreich und unsensibel gegenüber Betroffenen. So verzeichnet die britische Osteoporose-Gesellschaft als Folge der Krankheit pro Jahr 300.000 Knochenbrüche in Grossbritannien. „Patienten, die diese schmerzhaften Brüche erleiden, wären wütend und enttäuscht, wenn ihre Leiden als ‚Nicht-Krankheit‘ eingestuft würden“, sagte eine Sprecherin der Gesellschaft. Richard Smith erklärt dazu: „Wir wollen nicht andeuten, dass die Beschwerden von Menschen mit ‚Nicht-Krankheiten‘ nicht wirklich existieren. Aber wir können alle nur profitieren, wenn wir das Bewusstsein für die unklare Definition von Krankheit wecken“.

Weitere Infos finden Sie hier …


Fairvital Bioaktive Vitalstoffe | Vitalstoffe & Gesundheitsprodukte online kaufen | Fairvital

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Time limit is exhausted. Please reload the CAPTCHA.