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Nach der Geburt beginnt das menschliche Abwehrsystem zu lernen, was das eigene Fleisch und Blut und was Fremdes ist. Manchmal aber scheinen die Immunzellen vergesslich zu sein “ sie bekämpfen plötzlich körpereigene Zellen und Gewebe. Warum solche Autoimmunkrankheiten plötzlich auftreten, weiss man bisher noch nicht.

Ein bisschen Licht in das Dunkel konnte jetzt ein Wissenschaftlerteam unter Leitung von Bruno Klein vom Deutschen Krebsforschungszentrum bringen. Sie fanden heraus, dass bei Patienten mit multipler Sklerose die Immunzellen ein bestimmtes körpereigenes Eiweiss nach einer falschen Vorlage als „Selbst“ erkennen lernen. Dies könnte der Auslöser der Krankheit sein.

Eine Art von Immunzellen, die T-Zellen, lernen im Thymus, zwischen eigenen und fremden Strukturen zu unterscheiden. T-Zellen, die diese Lektion nicht gelernt haben und sich gegen körpereigene Substanzen richten, werden sie normalerweise im Thymus zerstört, bevor sie auf die Reise durch den Körper geschickt werden. Was bei Patienten mit Autoimmunkrankheiten im Thymus falsch läuft, haben Forscher von der Arbeitsgruppe von Bruno Kyewski vom DKFZ und von Ludgler Klein vom Dana Faber Cancer Institute in Boston analysiert. Sie wählten für Ihre Studien Mäuse, die an einer der multiplen Sklerose ähnlichen Krankheit leiden, der sog. EAE (Experimentelle Autoimmune Enzephlomyelitis). Ziel der selbstzerstörerischen Immunzellen ist bei den Mäusen wie auch bei Multiple Sklerose Patienten die Myelinscheide, eine isolierende Zellschicht, welche die Nervenbahnen umgibt.

Eines der Proteine der Myelinscheide und zugleich eines der Ziele der verwirrten Immunzellen ist das sog. Proteolipidprotein PLP. Beim Vergleich von gesunden und den EAE-Mäusen zeigte sich, dass im Thymus, der Schule der T-Zellen, gleich viel PLP vorhanden ist. Allerdings sind die Moleküle etwas kürzer als diejenigen, die man in den Nervenhüllen findet. Doch genau diesen fehlenden Teil attackieren die T-Zellen der EAE-Mäuse. Da dieser Abschnitt im Thymus nicht „gelehrt“ wird, kennen die T-Zellen ihn nicht und eliminieren sie “ mit verheerenden Folgen an den Nervenbahnen. Die Reizübertragung in den betroffenen Nervenzellen ist gestört, was zu einem zunehmenden Verlust der Muskelkontrolle führt. In schweren Fällen führen die Lähmungen zum Tod. Etwa eine Million Menschen leiden weltweit an multipler Sklerose.

Zwei weitere Arbeitsgruppen berichten unterdes in der gleichen Ausgabe von Nature Medicine, dass es zumindest bei den EAE-Mäusen möglich ist, durch die Blockade bestimmter Rezeptoren die entzündlichen Reaktionen an den Nervenzellen zu unterdrücken.

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