Fettleibigkeit macht Prostatakrebs aggressiv

Studie: Übergewicht geht mit häufigerem und früherem Wiederaufflammen der Erkrankung einher

Die Aggressivität von Prostatakrebs scheint unter anderem vom Körpergewicht eines Mannes beeinflusst zu werden: Amerikanische Wissenschaftler haben entdeckt, dass bei übergewichtigen Patienten sehr viel häufiger aggressive Formen der Krebserkrankung auftreten als bei Männern mit Normalgewicht. Auch die Geschwindigkeit, mit der die Betroffenen an Gewicht zulegen, beeinflusst offenbar das Fortschreiten der Krankheit.

Die 526 Studienteilnehmer wurden nach einer Operation zur Entfernung eines Prostatatumors im Schnitt viereinhalb Jahre lang von den Forschern begleitet. Während dieser Zeit überprüften die Wissenschaftler, ob das so genannte prostataspezifische Antigen (PSA) im Blut der Patienten nachweisbar war und ob die Werte anstiegen. Dieses Protein wird ausschliesslich in der Prostata gebildet und gilt als der wichtigste Marker für das Auftreten und Fortschreiten eines Prostatatumors. Ausserdem bestimmten die Mediziner den Body-Mass-Index (BMI) ihrer Probanden und befragten sie zur Entwicklung ihres Körpergewichts während der vergangenen Jahre.

Bei 18 Prozent der beobachteten Patienten stiegen die PSA-Werte innerhalb des Beobachtungszeitraums erneut an “ ein Hinweis darauf, dass die Krebserkrankung fortschritt. Als die Wissenschaftler das Körpergewicht der Probanden mit der Häufigkeit eines Wiederaufflammens der Krankheit in Zusammenhang brachten, konnten sie einen deutlichen Trend ausmachen: Übergewichtige Männer mit einem BMI von mehr als 30 hatten ein deutlich erhöhtes Risiko eines erneuten Ausbruchs. Noch höher war dieses Risiko bei Patienten, die bereits im Alter von 40 Jahren übergewichtig gewesen waren. Bei den Probanden, die zwischen dem 25. Lebensjahr und der Krebsdiagnose am schnellsten zugenommen hatten, begann der Fortschritt der Krankheit ausserdem sehr viel früher als bei denen, die nach und nach an Gewicht zugelegt hatten.

Die Ergebnisse stützen die These, dass die Entwicklung aggressiver Formen von Prostatakrebs durch Umwelteinflüsse beeinflusst wird, die bereits früh im Leben auftreten, kommentiert Studienleiterin Sara Strom. Wie das überschüssige Körpergewicht auf die Krankheit einwirkt, wissen die Forscher allerdings bislang noch nicht. Möglicherweise spielen veränderte Spiegel von Geschlechtshormonen oder auch Wachstumsfaktoren eine Rolle, so eine Vermutung. Strom empfiehlt Onkologen, beim Erstellen eines Therapieplans für Prostatapatienten das Körpergewicht auf jeden Fall zu berücksichtigen. Sie will nun untersuchen, ob mehr Bewegung und eine Gewichtsreduktion das Risiko für das Fortschreiten der Krankheit vermindern können.

Sara Strom (Universität von Texas, Houston) et al.: Clinical Cancer Research (Oktober-Ausgabe)

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