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Britische Studie: Jeder dritte Mann nimmt gesundheitsschädigende Menge zu sich

London (pte/31.03.2005/12:30) – Erschreckende Zahlen veröffentlicht die UK Health Development Agency (HDA)http://hda.nhs.uk in einer Studie über Alkoholkonsum. Demnach trinken bereits ein Drittel der Männer und beinahe jede fünfte Frau wöchentlich eine gesundheitsschädigende Menge Alkohol. 90 Prozent der britischen Bevölkerung (40 Mio. Menschen) trinken regelmässig Alkohol. Profiteur dieser Entwicklung ist vor allem die Wirtschaft. Für sie bedeutet dieser Trend gute Umsätze von jährlich sieben Mrd. Pfund (10,2 Mrd.Euro) und zudem die Sicherung von einer Mio. Arbeitsplätze in der Alkoholproduktion und im Verkauf.
Der aktuelle Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass besonders der Alkoholkonsum bei Frauen seit dem Jahr 2002 deutlich gestiegen ist. 17 Prozent der Frauen tranken mehr als die als normal erachteten 14 Alkoholeinheiten pro Woche. Im Vergleich dazu lag dieser Wert im Jahr 2002 bei 12 Prozent. Bei den Männern trinken 27 Prozent mehr als die für sie nicht gesundheitsgefährdende Menge von 21 Alkoholeinheiten.
Das so genannte Binge drinking (extremer Alkoholkonsum) bei speziellen Anlässen wird von 40 Prozent der Männer und 22 Prozent der Frauen praktiziert. Rasant ist auch der Alkoholkonsum bei jüngeren Menschen angestiegen: In den vergangenen Jahren ist er bei der Gruppe der elf bis 15-Jährigen von 21 Prozent auf 27 Prozent gestiegen. (pte berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=050309049 )
Der Bericht ermittelt, dass jährlich 780.000 bis 1,3 Mio. Kinder unter dem Alkoholkonsum eines Familienmitglieds leiden. Jeder dritte Gewaltfall in der Familie geschieht unter Alkoholeinfluss. Weitere 85.000 Personen wurden unter Alkoholeinfluss am Steuer ertappt. Alkohol wird auch mit jährlich 1.000 Selbstmorden und 1,2 Mio. Verbrechen in Verbindung gebracht.
Der HDA-Report erhebt jährlich die Trinkgewohnheiten der Briten und gibt in diesem Jahr erstmals Richtlinien heraus, um auf die schädlichen Effekte von Alkohol aufmerksam zu machen und mit einem Massnahmenplan dagegen vorzugehen. „Es besteht ein dringender Handlungsbedarf um gegen den Alkoholmissbrauch zu intervenieren. Jährlich werden mehr als 22.000 Todesfälle auf übermässigen Alkoholkonsum zurückgeführt. 17 Mio. Arbeitstage gehen jährlich durch Alkohol bedingte Absenz vom Arbeitsplatz verloren und wir schätzen die Kosten, die durch den Alkoholkonsum im Gesundheitswesen entstehen, auf 20 Mrd. Pfund (29,1 Mrd. Euro)“, erklärte Mike Kelly von der HDA.
Die Richtlinien sollen vor allem durch die Einrichtung spezieller Beratungsstellen in den Gesundheitszentren durchgesetzt werden. Davon erhofft sich die HDA eine Reduzierung des wöchentlichen Alkoholkonsums um bis zu 34 Prozent, was durchschnittlich neun Drinks weniger entspricht.

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