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Ein Sprachexperte der University of Central Florida hat eine extrem seltene Störung einer Patientin nach einem Schlaganfall diagnostiziert. Die Patientin, eine 57-jährige Amerikanerin, hat nach dem Schlaganfall in englischem Akzent zu sprechen begonnen, berichtet das Wissenschaftsmagazin Science Daily http://www.sciencedaily.com. Die Patientin zählt damit zu den knapp 20 seit 1919 kolportierten Fällen des so genannten „Foreign Accent Syndrome“.

Im November 1999 erlitt die 57-jährige Patientin Judi Roberts einen Schlaganfall, der ihre rechte Körperhälfte lähmte. Es war ihr auch nicht möglich zu sprechen. Nach monatelanger Therapie lernte sie erneut zu gehen und sich langsam zu artikulieren. Im darauffolgenden Jahr wurde die Sprachfähigkeit durch zahlreiche Therapien verbessert, auch die Geschwindigkeit der Sprache kehrte auf das ursprüngliche Mass zurück. Allerdings war ihr Dialekt nicht mehr amerikanisch, sondern Roberts sprach mit britischem Akzent, und das obwohl sie noch nie in ihrem Leben in Grossbritannien gewesen war. Auch erkannte die Patientin ihre eigene Stimme nicht mehr. Erst vier Jahre nach dem Schlaganfall konnte Roberts eine Diagnose der äusserst seltenen Erkrankung bekommen: die britische Wissenschaftlerin Jennifer Gurd, die in einem Artikel in der New York Times über Sprachprobleme berichtete, vermittelte die Patientin an die University of Central Florida und den Wissenschaftler Jack Ryalls, einen Spezialisten für Sprachstörungen. Nach Untersuchungen im Sprachlabor und unter Zuziehung eines Experten für neurologische Störungen konnte Ryalls die Diagnose „Foreign Accent Syndrome“ stellen.

In Untersuchungen wurde die Patientin und ihr neuer Akzent genau analysiert. Betonungs- und Spracherkennungsübungen haben ergeben, dass die Patientin ihre Sprache nicht erkennen und zuordnen kann. Der Stress, dem ein solcher Patient ausgesetzt ist, wird auch von den Neurologen als sehr hoch eingestuft. Ryalls geht davon aus, dass durch den Schlaganfall das Sprachprozesszentrum in der linken Hirnhälfte gestört wurde. Die Patientin habe während dieser Zeit langsam begonnen ihre neue Stimme und den geänderten Akzent zu akzeptieren. Sie wollte aber unbedingt mit ihrem Leiden an die Öffentlichkeit gehen, da die Erkrankung leicht zu sozialer Ausgrenzung und zu Missverständnissen führt.

Erstmals in der englischen Medizin-Literatur tauchte ein Fall des „Foreign Accent Syndrome“ 1941 in Norwegen auf. Die Patientin erlitt während des Krieges eine schwere Kopfverletzung. Nach der Rehabilitation, die mehrere Monate lang dauerte, sprach sie mit deutschem Akzent. Die Frau wurde damals von ihrer Gemeinde ausgeschlossen.

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