Das Reiter-Syndrom verschwindet aus den Krankenblättern

Bezeichnung geht auf hochrangigen Nationalsozialisten zurück

David Lu und Kenneth Matz von der University of Pennsylvania School of Medicine http://www.med.upenn.edu haben nachgewiesen, dass die Bezeichnung Reiter-Syndrom immer seltener verwendet wird. Sie geht auf den Mediziner Hans Reiter zurück, der diese Erkrankung 1916 identifizierte und später ein glühender Anhänger des Nationalsozialismus war. Er war nicht nur unter Hitler Minister, sondern wird auch für Typhusexperimente im Konzentrationslager Buchenwald sowie für Zwangssterilisationen und Fälle von Euthanasie verantwortlich gemacht. Bis vor wenigen Jahrzehnten wurde mit Reiter-Syndrom eine schmerzhafte Erkrankung bezeichnet, bei der der Patient gleichzeitig an infektionsbedingten Symptomen einer Arthritis, einer Bindehautentzündung und einer Entzündung der Harnröhre leidet.

1977 beschloss eine Gruppe von Ärzten eine Kampagne gegen die Verwendung der Bezeichnung Reiter-Syndrom durchzuführen. Sie plädierten dafür, für die Beschreibung des Krankheitsbildes den Terminus reaktive Arthritis einzusetzen. Die beiden amerikanischen Wissenschafter analysierten 539 einschlägige Studien, die zwischen 1998 und 2003 in medizinische Fachzeitschriften online veröffentlicht wurden. 1998 wurde die Bezeichnung Reiter-Syndrom noch in 57 Prozent der Publikationen verwendet. Bis zum Jahr 2003 fiel dieser Prozentsatz auf 34 Prozent. Damit sei nachgewiesen, schreiben die Forscher im Journal of the American Academy of Dermatology, http://www.sciencedirect.com/science/journal/01909622 dass der Einsatz dieser Bezeichnung langsam zurückgehe. Sie gehen davon aus, dass er eines Tages nur noch von historischem Interesse sein wird.

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