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19.05.2005 - Psychologie Das Lesen positiver oder negativer Begriffe bestimmt, ob ein Geruch angenehm oder unangenehm ist

Die Wahrnehmung eines Geruchs hängt massgeblich davon ab, wie er beschrieben wird: Düfte, die mit negativen Wörtern oder Vorstellungen assoziiert sind, wirken sehr viel unangenehmer als wenn sie mit positiven Etiketten versehen sind. Das hat ein Team britischer und Schweizer Wissenschaftler in einer Studie mit 12 Probanden nachgewiesen. Die Erwartungshaltung, die durch die unterschiedlichen Bezeichnungen geweckt wird, verändert dabei nicht nur die subjektive Wahrnehmung der Gerüche, sondern auch die damit verbundene Gehirnaktivität.

Der Geruchssinn ist der Sinn, der am engsten mit dem Gefühlszentrum verbunden ist. So hatten bereits frühere Studien gezeigt, dass Düfte im Gehirn mit bestimmten Erinnerungen und Erfahrungen verknüpft werden. Diese Assoziationen prägen dann, ob ein Duft als positiv oder negativ empfunden wird. Die Verbindung lässt sich auch direkt im Gehirn nachweisen: Erinnert sich der Betreffende an ein solches Ereignis, wird auch das Geruchszentrum im Gehirn aktiviert.

Nach den Ergebnissen der neuen Studie beeinflussen jedoch nicht nur Erinnerungen das Geruchsempfinden, sondern auch abstrakte Denkprozesse wie das Lesen von Wörtern: Lasen die Probanden den Begriff „Cheddar-Käse“ auf einem Monitor, während sie einen käseartigen Geruch wahrnahmen, stuften sie den Duft als neutral bis angenehm ein. Erschien stattdessen jedoch der Begriff „Körpergeruch“ auf dem Bildschirm, empfanden die Testteilnehmer den gleichen Duft als ausgesprochen unangenehm. Überraschenderweise war die positive beziehungsweise negative Assoziation so stark, dass sie sogar dann wirkte, wenn die Probanden völlig geruchsneutrale Luft einatmeten: Mit dem Etikett „Käse“ versehen wirkte die Luft für die Teilnehmer angenehmer als mit der Bezeichnung „Körpergeruch“.

Dieser Unterschied spiegelte sich auch in der Gehirnaktivität der Probanden wider, zeigte eine Untersuchung mit einem funktionellen Magnetresonanztomographen: Der „Cheddar-Käse“-Duft aktivierte den so genannten orbitofrontalen Cortex, den vorderen cingulären Cortex und die Mandelkernregion Amygdala deutlich stärker als der unangenehme „Körpergeruch“. Diese Gehirnareale, die auch für die Verabeitung von Gefühlen zuständig sind, waren bereits in früheren Studien mit der Wahrnehmung angenehmer Gerüche in Verbindung gebracht worden. Ob die gelesenen Begriffe die Probanden dazu bringen, sich den Geruch vorzustellen, oder ob sie direkt die Gehirnaktivität beeinflussen, können die Forscher jedoch noch nicht sagen.

Ivan de Araujo (Universität Oxford) et al.: Neuron, Bd. 46, S. 671

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