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Mobbingattacken der Kollegen, Ärger mit dem Chef, und zuhause öfters Beziehungsprobleme. Dies überfordert auf Dauer viele Menschen und macht sie krank. Zu den möglichen langfristigen Folgen von Negativ-Stress am Arbeitsplatz gehört die Hochdruckerkrankung, wie aus einer neuen Studie hervorgeht. Deren Ergebnisse werden auf dem 30. Wissenschaftlichen Kongress (22.-24.11.2006) der Deutschen Hochdruckliga in München präsentiert.

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In der STARLET-Studie* wurde – erstmals für Deutschland – der Blutdruck auch in einer Langzeituntersuchung während der Arbeitszeit gemessen. Fast 3.500 Berufstätige aus Privatwirtschaft und öffentlichem Dienst hatten sich bereit erklärt, im Verlauf von 5 Jahren mehrmals eine 24-Stundenmessung des Blutdrucks durchführen zu lassen. Unter der Berufskleidung trugen sie in Jahresabständen eine Blutduckmanschette, die sich mehrmals stündlich aufpumpte, den Blutdruck bestimmte und die Werte speicherte. So konnten Professor Dr. med. Joachim Schrader und Dr. med. Stephan Lüders vom St. Josefs- Hospital Cloppenburg zusammen mit Mitarbeitern des INFO-Instituts für Hypertonie-und Herz-Kreislauf-Forschung in Cloppenburg feststellen, welche Auswirkungen Negativ-Stress auf den Blutdruck hat.

Um den Stress einschätzen zu können, liessen die Untersucher die Teilnehmer mehrmals einen Spezialfragebogen zum so genannten Job strain ausfüllen. Fühlen sich die Beschäftigten im Job überfordert? Haben sie am Arbeitsplatz genügend Entscheidungsfreiheit? Und erhalten sie Unterstützung aus ihrem sozialen Umfeld? Auch dies ist laut Schrader wichtig für das so genannte Coping, die positive Stressverarbeitung. Wenn sie fehlt, steigt bei vielen Menschen auf Dauer der Blutdruck. Das belegen die Daten der Studie, deren Details in einer Übersichtsarbeit der Deutschen Medizinischen Wochenschrift (DMW 2006; 131 (46): 2580-2585) veröffentlicht wurden. Menschen mit Bluthochdruck berichteten schon zu Beginn häufiger über Negativ- Stress. Nahm der Job strain über die Jahre zu, erhöhte sich auch das Risiko für einen höheren Blutdruck. Bei nachlassendem Stress sank das Risiko wieder. Langfristig begünstigt Job strain das Auftreten von Herzkreislauferkrankungen. Sie traten bei Menschen ohne Job strain zu 5,7 Prozent auf, bei Menschen mit zunehmenden Job strain waren es bald 9,8 Prozent, und bei abnehmendem Job strain waren es am Ende nur 3,7 Prozent, berichtet Dr. Lüders.

Ob es zum Job Strain kommt, wird nach Einschätzung der Mediziner weniger durch die Tätigkeit selbst bestimmt. Auch Fluglotsen und Ärzte könnten lernen, mit Stress umzugehen. Von grösserer Bedeutung seien Gestaltung und Sicherheit des jeweiligen Arbeitsplatzes, vor allem aber der erfolgreiche Umgang mit psychisch belastenden Situationen am Arbeitsplatz. Ein weiteres wichtiges Ergebnis war die Verbesserung der Blutdruckbehandlung während der Studie. Während nur 14,5 Prozent der Behandelten normotensive Werte zu Studienbeginn aufwiesen, hatten zu Studienende 47,6 Prozent der Behandelten normotensiv eingestellte Blutdruckwerte.

*STARLET steht für Stressassoziierte Hypertonie am Arbeitsplatz – ABDM – Langzeituntersuchung.



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