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Das Blutgerinnungseiweiss Fibrin könnte bei der Nervenkrankheit Multiple Sklerose eine wichtigere Rolle spielen als bisher angenommen: Wird seine Bildung im Gehirn genetisch veränderter Mäuse verhindert, entwickeln die Tiere nämlich erst sehr viel später Symptome der Krankheit. Offensichtlich löst das Fibrin die für MS typische Entzündung der Nervenzellen aus, die schliesslich zur Zerstörung von Gehirn- und Rückenmarksnerven führt. Das entdeckte ein internationales Forscherteam um Katerina Akassoglu von der Universität von Kalifornien in San Diego. Die Wissenschaftler beschreiben ihre Untersuchungen in der Fachzeitschrift PNAS (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1073/pnas.0303859101).

Bei Multipler Sklerose entzündet sich die Isolationsschicht, die die Nervenfasern im Gehirn und im Rückenmark umgibt. Im Lauf der Erkrankung wird diese Schicht, das so genannte Myelin, zerstört und durch unflexibles Narbengewebe ersetzt. An den geschädigten Stellen ist die Weiterleitung von Nervenimpulsen gestört, so dass es unter anderem zum Verlust von Muskelkoordination, zu verschliffener Sprache, eingeschränkter Sehfähigkeit, Schmerzen und Störungen der Blasen- und Darmkontrolle kommt. Vor kurzem haben Wissenschaftler entdeckt, dass sich an den entzündeten Nerven das so genannte Fibrin bildet, ein Eiweiss, das eine entscheidende Rolle bei der Blutgerinnung spielt.

Bislang war nicht bekannt, ob diese Fibrinablagerungen ein Nebeneffekt sind oder ob sie aktiv an der Entstehung der Entzündungen beteiligt sind. Zumindest bei Mäusen ist Letzteres der Fall, entdeckten nun Akassoglu und ihre Kollegen. Die Wissenschaftler hatten bei Mäusen, die aufgrund einer genetischen Veränderung Multiple Sklerose entwickeln, das Gen für die Fibrinbildung ausgeschaltet. Das Ergebnis: Das Nervengewebe der Tiere wurde deutlich weniger geschädigt als das ihrer unbehandelten Artgenossen. Ausserdem setzten die Symptome der Krankheit später ein. Den gleichen Effekt konnten die Forscher auch durch die Gabe eines Schlangengifts erzielen, das ebenfalls die Fibrinbildung verhindert.

Weitere Untersuchungen zeigten den Wissenschaftlern, dass Fibrin tatsächlich massgeblich am Auslösen der Entzündungsvorgänge beteiligt ist. So verstärkt das Eiweiss beispielsweise die Bildung von Entzündungsfaktoren und aktiviert Abwehrzellen des Immunsystems. Die Forscher hoffen nun, anhand ihrer Ergebnisse neue Therapien gegen die bislang unheilbare Multiple Sklerose entwickeln zu können. Sie geben jedoch zu bedenken, dass eine vollständige Hemmung der Fibrinbildung als Behandlungsansatz wegen der wichtigen Aufgabe des Proteins bei der Blutgerinnung nicht in Frage kommt.

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